Jo Fabian: «Wendelgard. The first level»
«Achtung: Theater!» steht auf dem Programmzettel, «Achtung: Laute Musik! Achtung: Lebende Tiere! Achtung: Bühnennebel! Nicht gesundheitsgefährdend!» Auch: «Achtung: Schusswaffengebrauch!»
Alles ist richtig. Jo Fabian macht mal wieder Theater, diesmal in Dresden. Laut ist die eingespielte Musik, ohrenbetäubend laut.
Unbeeindruckt hoppelt zur Linken ein weißes Kaninchen im Stall – dann und wann dringt von der Rechten so lange Bühnennebel in den vergitterten Raum, bis auch die letzte der «Königinnen» (wie Sulamith Bade, Ulrike Sperberg und Annegret Thiemann in den «Anregungen für ein Nachgespräch» genannt werden) zu ersticken scheint.
Doch da ist Boris Schwiebert vor. Leichenblass wie der Sänger Bryan Hugh Warner von der Punk-Band Marilyn Manson schlurft er verkrümmt und hinkebeinig über die Bühne des Theaters Junge Generation, tröpfelt zwischendurch Eiswasser auf die drei edlen Damen und holt die Untoten so wiederholt zurück in ein «verbotenes Spiel», dessen Titel sich auf eine schweinsrüsselige Sagengestalt aus dem deutschen Südwesten bezieht. Von der ist zwar an diesem kurzweiligen Abend nichts zu sehen. Dafür kommt Fabian auf seine unverwechselbar selbstironische Art wiederholt ...
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