getestet
«Aaah …», Bogdan Nicula fasst sich ans Knie. Gerade ist er von der Messplatte aus dem Stand, ohne ins Plié zu gehen, in die Höhe gesprungen und unsanft gelandet. «Jetzt maximal!», ruft ihm die Therapeutin zu. Der Künstler absolviert einen Testparcours im Rehabilitationszentrum medicos.AufSchalke. Er gibt alles. Nach der Sprungkraft testet man sein Gleichgewichtsgefühl. Bogdan Nicula steht auf einem Bein in einem schwebenden Quadrat. Die kleinste Bewegung, waagrecht wie senkrecht, wird aufgezeichnet. Dann der Iso-Check. Der misst die statische Kraft von Rücken- und Bauchmuskulatur.
Der rumänische Ballerino nimmt teil an einer Pilotstudie, die für ihn und seine Kollegen bundesweit bahnbrechende Auswirkungen haben soll: Bogdan Nicula und 42 seiner Tänzerkollegen von Martin Schläpfers Ballett am Rhein sind in Gelsenkirchen angetreten, um vor den gesetzlichen Unfallversicherern den wissenschaftlichen Beweis zu erbringen, dass Tänzer Leistungssportler sind. Damit wäre viel gewonnen: Leistungssportler genießen regelmäßige fachspezifische Vorsorge und ärztliche Betreuung.
«In Deutschland ist die medizinische Versorgung von Tänzern unzureichend. Andere Leistungssportarten haben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Stumm nach unten gestreckte Daumen zwischen stehendem Applaus am Uraufführungsort Kaaitheater in Brüssel: Ihr aller Belgier Alain Platel, ihr aufgeräumter, feinfühliger, immer so nachdenklicher Leithammel der Ballets C. de la B. ist ausgebüxt aus der Heilanstalt seiner Leidens- und Sozialkonflikte, er prangert nicht mehr Israel an («Wolf»), schmerzt nicht mehr mit...
Tiefer kann ein Kopf nicht hängen; saft- und kraftloser können Arme kaum schlenkern. Wer der Loser ist, sieht man auf den ersten Blick. Petruschka, diese traurige Spaßmacherfigur, hat weder bei einer Ballerinapuppe noch gegen seinen Konkurrenten Mohr eine Chance. Bei Michail Fokin und Igor Strawinsky war die Sache 1911 in etwa einer knappen Stunde abgefeiert. Im...
Fernseher, Sofa, Sessel, Tisch: Das sind die Fixpunkte im Wohnzimmerkosmos. Um sie kreist das Leben der deutschen Musterfamilie aus Vater, Mutter, Kind. Es sei ein reales «deutsches Durchschnittswohnzimmer» mit typischer Mobiliaranordnung auf der Durchschnittsfläche von sechs mal vier Metern. So hat es die Werbeagentur Jung von Matt ermittelt. Dieses Modell –...
