Ein Kampf ist entbrannt

Tanz - Logo

Ein Kampf ist entbrannt zwischen Publikum und Kritikern. Tanzwellen schlagen hoch, wenn sich in Zürich zum «Modernen Ball» Hundertschaften aus dem Sessel erheben und selber das Tanzbein schwingen. Oder gestandene Männer in Bautzen die Daumen in ihre Gürtel zwängen, um sich in ein sogenanntes «Line Dancing» zu fügen. Oder in Hamburg auf Kampnagel sich am Freitagabend weit mehr Menschen zur Tanzparty treffen, als nur wenige Stunden zuvor beim Betrachten einer Tanzperformance.



Kritiker, gewohnt auch im Dunkeln noch kritische Notizen anzufertigen, legen höchsten Wert darauf, ungestört sitzen zu dürfen. Sie sind notgedrungen wenig erbaut, wenn um sie herum alles, was Beine hat, bereit ist, diese zu schwingen. In solcher Haltung ist ein Notizblock nicht nur schwer zu bedienen, er entlarvt auch die eigene Haltung: Als Kritiker wie ein Polizist in der Menge der Mittanzenden zu wirken. Wie sieht das auch aus?

In diesem Heft gehen wir dem Phänomen nach, warum sich zunehmend mehr Menschen für das Tanzen begeistern, was sie keinesfalls gleich zu Tanz-Bewunderern formt, wie es auch für den Kindertanz an unseren Grundschulen angenommen wurde. Nicht nur Kinder, ebenso Erwachsene entdecken, dass sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Loïe Fuller

 

 

Loïe Fuller ist die berühmte Rolls-Royce-Kühlerfigur. 1862 in Fullersburg, Illinois, geboren, wurde die berühmte Avantgardistin des Tanzes dreißig Jahre später auf den Folies-Bergères-Plakaten von Henri de Toulouse-Lautrec zur Heldin von Paris verhübscht.

In Wirklichkeit war Loïe Fuller stämmig, nicht besonders beweglich, auch nicht mehr ganz jung. Aber nach...

Robert North: «Tschaikowskys Träume»

Man hätte schon durch den Titel gewarnt sein müssen. «Tschaikowskys Träume» – ein Zweiteiler, der von Luisa Spinatelli mit allzu vielen aus dem Bühnenhimmel herabfahrenden Prospekten ausgestattet wurde, auf die ein seiner Farben verlustig gegangener Nolde verschwommene Bilder gemalt haben könnte. Im Theater Mönchengladbach ist Zeit-Totschlagen angesagt. Norths...

Rencontres Choréographiques Internationales De Seine-Saint Denis

Rencontres Chorégraphiques Internationales De Seine-Saint Denis

Nacera Belaza und Radhouane el Meddeb sind zwei der Hoffnungsträger bei  den  Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint Denis bei Paris. Wir fragten die beiden nach der Rolle ihrer Herkunft für ihre Choreografien.

Radhouane el Meddeb: Ich bin in Tunesien aufgewachsen, habe dort die...