biografie

jean weidt

Tanz - Logo

biografie

jean weidt
Einmal mehr stellt dieser Band über den Tänzer und Choreografen Jean Weidt (1904-1988) dessen Leben in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Nele Lipp hat die beiden seinerzeit in Ost-Berlin unter Weidts Aufsicht erschienenen Autobiografien als Grundlage benutzt, ist aber über diese hinausgegangen. Sie hat viel verloren geglaubtes Material – Fotos, Filme, Skizzen – aufgefunden, die dem bisherigen Bild interessante Perspektiven beifügen.

Lipp unternimmt eine «restauratorische Nachzeichnung» dieses ungewöhnlichen Mannes und will «Verdecktes sichtbar machen». Das gelingt ihr gelegentlich, wenngleich sie der Gefahr einer Idealisierung nicht immer entgeht. Weidt nimmt eine eigenartige Position in der deutschen Tanzgeschichte ein, und die Gründe dafür sind komplizierter, als Nele Lipp es wahrhaben möchte. Wir haben es nicht mit einem verkannten Genie zu tun, sondern mit dem «roten, tanzenden Arbeiter», dessen Talent bekannt war – genau wie dessen Grenzen. Weidt war bewusst ein politischer Künstler, und dafür hat ihn die deutsche Tanzmoderne mit Ausschluss bestraft. Seine Tragik wird exemplifiziert an der Choreografie «La Cellule», die ihm 1947 die Goldmedaille im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Marion Kant

Weitere Beiträge
zurück in die türkei

kündigte sein Engagement beim Stuttgarter Ballett ausgerechnet zu jenem legendären 15. Juli, als in der Türkei das Militär putschte. Der Tänzer kehrte nach Istanbul zurück. «Ich sah all die Einschusslöcher am Flughafen», erzählt er. Zehn Jahre lang lebte er in Stuttgart, arbeitete täglich acht Stunden im Ballettsaal. «Ich wollte wieder frei sein», erklärt der...

dvd

Der seit Langem schon offensiv traditionsbewusste John Neumeier, der als junger amerikanischer Tänzer in Stuttgart die Entstehung von John Crankos «Onegin» miterlebte, hat 2014 nach jahrelanger Vorarbeit eine eigene Kreation nach Puschkins Versroman herausgebracht: «Tatjana» sollte die weibliche Hauptfigur der Vorlage stärker in den Fokus rücken und die Geschichte...

Kalender

deutschland

On tour
Gauthier Dance, die Dance Company
Theaterhaus Stuttgart, zeigt «Infinity» mit Choreografien von Alejandro Cerrudo, Po-Cheng Tsai, Alexander Ekman, Johan Inger, Nanine Linning, Charles Moulton & Janice Garrett, Cayetano Soto und Hans van Manen: München, Schauburg, 4.–6.Nov.; Lörrach, Burghof, 10. Nov.; Aschaffenburg, Stadthalle, 21. Nov.;...