putbus, greifswald, Stralsund

ralf dörnen «anna karenina»

Tanz - Logo

Das Leben: kein Traum. Lange bevor Anna Karenina unter die Räder kommt, ist bereits der Zug unterwegs. In einer Endlosschleife bahnt er sich in doppelter Gestalt seinen Weg durch ein verschneites Gebirge dem Ziel entgegen: einem Bahnhof in Moskau, auf dem alles begann. Klaus Hellenstein hat ganz im Stil des russischen Theateroktober einen surrealen Erinnerungsraum auf die Bühne gestellt, vielschichtig in seinen szenischen Möglichkeiten und voller Fantasie.

 Mittendrin die Protagonistin des zweiaktigen Balletts, die offenen Auges ihrem Tod entgegensieht, der sich als Lampendreieck auf einer Schiene unaufhaltsam nähert. 

Ein starkes Vorspiel zu einer starken Vorstellung, der Ralf Dörnen den ersten Satz der Sinfonie Nr. 20 von Mieczyslaw Weinberg unterlegt: ein Tongemälde von dramatischer Wucht, die dem Choreografen mehr als gelegen kommt. Wie ein Puzzle ordnet er dazu das Personal seines Balletts, das den Roman von Lew Tolstoi nicht einfach nacherzählt, sondern motivisch in mehreren Bildern verdichtet. Denn da ist nicht nur Stefano Fossat, der als Karenin seinen genormten Gang geht. Nicht nur Nathan Cornwell als Annas Geliebter Wronski, den sich eigentlich Kitty (Laura Cristea) als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 43
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
öffnet euch!

Monika Grütters, eine Initiative unter Federführung des Dachver-bands Tanz hat ein Papier erarbeitet, das mit dem Städtetag, der Kultusministerkonferenz und Vertretern Ihres Hauses diskutiert wird, weil es auch dem Bund einiges abverlangt – nämlich eine Erhöhung seiner Tanzförderung von vier auf 20 Millionen Euro. Sagen Sie da: Träumt mal schön weiter? Es gibt aus...

tanzen in auschwitz

Sie hätten sich begegnen können. Charlotte Salomon wurde am 10. Oktober 1943 ins KZ Auschwitz eingeliefert. Zur gleichen Zeit wird Roosje Glaser zum Dienst an den Gasöfen eingeteilt. Schon zuvor als Jüdin mit der Nr. 62472 gebrandmarkt, soll sie Häftlinge beruhigen, wenn es zum «Duschen» geht: eine Tätigkeit, die sie nur deshalb verkraften kann, weil sie sich von...

osnabrück

Wie will ein Choreograf einer großen Sinfonie beikommen mit nur zehn Tänzern? Indem er nicht klein beigibt, aber auch nicht versucht, ein Riesending draus zu machen. So wagte sich Mauro de Candia in seiner dritten Spielzeit als Tanzchef am Theater Osnabrück mit recht achtbarem Erfolg an die 1. Sinfonie von Johannes Brahms. Dass er einige Jahre Tänzer bei Stephan...