«We Are All Marlene Dietrich FOR» in Avignon
«Ich möchte das Stück unbedingt vor UN-Soldaten aufführen», sagt Emil Hrvatin, slowenischer Co-Autor von «We Are All Marlene Dietrich FOR». Sie geben ein Handbuch heraus, das den Verhaltenskodex für Blauhelme und die Geschichte des Entertainments für Soldaten enthält. «Performance For Soldiers In Peace Keeping Missions» ist so der Untertitel. «Ich liebe Uniformen, ich hoffe es sind echte Soldaten im Publikum», säuselt das Bunnygirl.
FOR = Forces. Sie strotzen vor Kraft, von Punk bis Pom Pom.
Ómarsdóttir schmollt provokant, spuckt Schrauben, steppt und schwingt den Hammer. Sitzen fünf Ballerinen im Spagat, kippen sie bald nach vorn oder hinten wie Dominosteine oder hüpfen wie Gummibälle. Ein Angriff auf die Cancan-Figur la mitraillette – das Maschinengewehr? Im Hintergrund flimmern die Emotionen eines Soldatenpublikums, von Lachen bis Staunen.
Bevor man begreift, wie das Revue-Modell von innen umgestürzt wird, haben sie es längst vollbracht. Das Publikum, angemacht von den Girls, steht auf und schwenkt die Arme. Der Moderator im Pelzmantel fragt mit John Lennon, ob wir wirklich wollen, dass alles verschwindet: Religion, Grenzen, korrupte Regierungen, Manchester United und die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Natürlich. Hinter jeder Sprache der Bewegung steckt ein kultureller Code. Diesmal entschlüsselt von den Sportwissenschaftlern Monika Fikus und Volker Schürmann. Trotzdem ist die Klammer des Buchs viel besser: der fulminante ethnologische Beitrag über das Verhältnis von Religion und Tanz von Bernhard Streck und die spannend geschriebene Analyse des antiken...
The “Orient” (that construction invented by Western cultures) has been present in theatrical dance since its very beginnings. Indeed, the whole idea of fascination for the unfamiliar and exotic, or anything that (supposedly) comes from far away, is a significant aspect of the mechanism of ballet in the theatre, where the spectator waits in the darkness to be...
Die Hexen haben das letzte Wort, und auch am Anfang lassen sie von sich hören. Bevor sie überhaupt zu sehen sind, erfüllt ihr Gestöhn schon den Raum, von Klaus Hellenstein stimmig ausgestaltet. Und selbst wenn sich Macbeth und seine Lady die Hände «schmutzig» machen, sind Ilja van den Bosch, Anna Panjwani und Ayako Nomura präsent: drei Zombies mit blutroten...
