Mobil werden

Raus aus dem Staatstheater. Raus aus der Kontrolle. Die Choreografen bauen sich eigene mobile Theater. Einer von ihnen ist Philippe Talard.

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Der Zirkus ist in der Stadt. Die archaischste aller noch vorhandenen mobilen Bühnenräume hat zwar ein paar Nachteile: lange Aufbauzeiten, gewaltige Transportkosten und nicht immer die schönsten Standorte. Aber noch immer lockt ein Vorteil: Diese Bühne ist «meine» Bühne. Jede Inszenierung ist auf den eigenen Raum passgerecht abgestimmt.
Ohne die leiseste Assoziation an den romantischen Zirkus aufkommen zu lassen, manifestiert sich in der freien Szene ein Faible für solch mobile Bühnen. Für das Künstlerkollektiv BBM (www.bbm-ww.

de) dient ein transportables, futuristisch anmutendes Gebäude mit Namen «Troia» (für «Temporary Residents of Intelligent Agents») dazu, die eigentliche Funktion, wie bei trojanischen Bauten üblich, im technisch aufwändigen Innenleben zu verstecken. Dem Kollektiv geht es darum, dem Publikum das Unentrinnbare bei der Kontrolle durch staatliche Organe zu zeigen. Fände «Troia» in einem Staatstheater statt, das seinerseits staatlich ist, wäre die Demonstration aktueller Überwachungstechnologien unmöglich.
Der Choreograf Philippe Talard wurde so ein Opfer der Überwachung und falscher Anschuldigung und musste vom Nationaltheater Mannheim Abschied nehmen. Danach ...

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Tanz Jahrbuch 2006
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 62
von Philippe Talard

Vergriffen
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