israel galván
Jerez de la Frontera liegt 15 Kilometer von der südspanischen Atlantikküste entfernt und gilt als Geburtsort des Flamenco und des Sherry, zweier Kulturgüter, auf die die Einwohner des Städtchens ausgesprochen stolz sind. Es ist Ende Februar. Vor dem malerischen Bahnhofsgebäude steige ich in ein Taxi, und der Fahrer vermutet ganz richtig, dass ich zum «Jerez Festival» angereist bin, einem renommierten Kulturereignis, das sich alljährlich den spanischen Tanzformen im Allgemeinen und dem Flamenco im Besonderen widmet.
Als ich dem Taxifahrer eröffne, dass ich Journalistin bin und regelmäßig über das Festival berichte, fragt er mich unverblümt: «Und Sie nennen das, was da im Theater aufgeführt wird, Flamenco?» – Auftakt zu einem Dialog, den ich schon öfters geführt habe. «Ja, warum denn nicht?» Rasch erklärt mir der Mann, dass er Gitano sei und außerdem ein Verwandter von Antonio El Pipa, einem der international erfolgreichsten Flamenco-Tänzer aus Jerez, und dass dem Flamenco eine ganz bestimmte Form und Struktur zugrunde liege, die nicht verletzt werden dürfe, da es sich sonst nicht mehr um Flamenco handle. Viele Gitanos halten an einer streng traditionellen und engen Definition von ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: Menschen, Seite 19
von Justine Bayod Espoz
Die 56. Ausgabe der «Biennale di Venezia» konfrontiert den Besucher allenthalben mit Tanz – offen, andeutungs- oder erinnerungsweise. Kurator Okwui Enwezor, Leiter des Münchner Hauses der Kunst, hat das Motto «All the World‘s Future» ausgegeben, unter dem sich nunmehr vielfach durchaus Theatralisches bestaunen lässt. Da ist zum Beispiel der japanische Pavillon auf...
ausstellung_________
tanz auf dem vulkan
Drive, Tempo, Rhythmus bis zum Herzrasen – das sind keine Erfindungen des 21. Jahrhunderts. Vor gut 90 Jahren vibrierte die Tanzszene schon einmal, Freiheit und Frechheit kannten keine Grenzen. Bis 1933 der NS-Terror alles zunichte machte. Dem «Tanz auf dem Vulkan» im «Berlin der Zwanziger Jahre» widmet das Ephraim-Palais in...
Meg Stuart, seit 2006 in Berlin lebend und unlängst 50 geworden, arbeitet ihr halbes Leben lang an einem Werk, das sich als fortgesetzte Grenzüberschreitung begreift. Protagonisten sind meist die Hypersensiblen, die Versehrten, möglicherweise zersplitterte und jeweils neu zusammengesetzte Spiegelbilder ihrer selbst. Geboren wurde Meg Stuart in New Orleans, ihre...
