Öper Öpis

Das Zwerchfell erklettern und einer absurden Welt auf der Nase herumscratchen. Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot rotieren wie ein Triebwerk des Nouveau Cirque.

Tanz - Logo

Unablässig wächst in Frankreich der Kreis der Artisten. Hunderte von Zirkusschulen sind entstanden, und die Akademien spülen jährlich ihre Absolventen in Manegen und Theater. Doch richtige Truppen gibt es kaum noch. Heute bringen Kleinzellen die Recherche voran und ziehen immer weitere Umlaufbahnen, von Finnland bis Afrika, von politisch angehauchter Performance bis HipHop. Kader Attou leitet das CCN in La Rochelle, Mourad Merzouki eröffnet sein eigenes Zentrum, das eines Tages auch CCN werden könnte.

Ist es Zufall, dass beide Choreografen kürzlich Zirkus in ihre Stücke integrierten? Nein, aber nicht in dem Sinn, dass sie damit Kreide gefressen und HipHop einem noch familiäreren Publikum zugänglich gemacht hätten.  Sie haben einfach beide in ihrer Jugend mit Artistik angefangen und standen so von Anfang an in einem Milieu, das sich aus einer Vielzahl von Disziplinen konstituiert.

Ausgerechnet aus Zürich stammt ein Kollektiv, das den Plattenspieler zum Akrobaten machte und dem Zirkus schräge Töne einhauchte. In Sachen Offenheit und Performance-Kunst waren MZdP (Metzger, Zimmermann, de Perrot) ab 1999 mit ihren Stücken «Gopf», «Hoi» und «Janei» Vorreiter. Dann wurde aus dem Trio ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2008
Rubrik: Zirkus der Tänzer, Seite 16
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kalender Dezember

Mauro Bigonzetti, der internationalste unter den italienischen Choreografen, arbeitet nicht zum ersten Mal in Berlin. Vor zehn Jahren stellte der damalige Chef des Aterballetto an der Deutschen Oper sein Bach-Ballett «Turnpike» vor, ein rasantes, stromlinienförmiges Stück Tanz. Jetzt kehrt er wieder, um für Vladimir Malakhov und Polina Semionova ein Ballett über...

Jo Fabian: «Polka Dot»

«Wie kann man neu anfangen ohne Geld?» Die Frage brummt und summt im kleinen Berliner Orphtheater. Die Hütte im Hinterhof erinnert an eine Mischung aus Stephen Hawkins’ Denkerstube, Bill Gates’ erster Computergarage und Harald Schmidts Sketch-Factory. Orph-Betreiber Matthias Horn gibt den Ostberliner Harald Schmidt, lässig und sprunghaft. Er trägt Melone und...

Zurück auf Null

Jetzt mal ganz grundsätzlich: Was will die Tanzkunst eigentlich sagen? Ist da nicht mitunter ein Brabbeln und Lallen am Werk? Dramaturgische Patschehändchen und zahnlose Mäulchen? Beglücktes Juchzen über Minieffekte und mittleres Geschrei, um Aufmerksamkeit zu kriegen? Mund auf, Augen zu, Hoppe Hoppe Reiter. Und bloß nicht den Schnuller vergessen!

Wenn Choreografen...