Tero Saarinen
Wenn ich mir meinen nächsten Bundeskanzler unter den Choreografen aussuchen dürfte, würde ich ohne zu zögern Tero Saarinen wählen. Denn der parteilose Finne, Jahrgang 1964, verkörpert jene Alternative, die in der Politik fehlt: leidenschaftlichen Humanismus, intellektuelles Partisanentum, moralische Unbestechlichkeit und die strikte Weigerung, seine Ideale den angeblich übermächtigen ökonomischen Sachzwängen zu opfern.
Saarinens Karriere beginnt 1992 mit seinem Austritt aus dem Finnischen Nationalballett, wo er als Solotänzer zwar sehr erfolgreich gewesen war, sich aber bald gefangen gefühlt hatte in den Rollenmustern des klassischen Weltbilds. »Ich bin kein Prinz, kein Monster und wollte auch nicht immer den Clown spielen«, sagt der Choreograf heute – und die Liste seiner mehr als zwei Dutzend Werke liest sich rückblickend als Protokoll einer beharrlichen Suche nach den komplexeren Möglichkeiten des Menschseins. Dabei hat er, anders als viele Vertreter des zeitgenössischen Tanzes, nie das kleine Ich mit seinen läppischen Neurosen zum großen Thema erhoben. Seine Figuren veranschaulichen den postmodernen Konflikt zwischen emanzipiertem Individuum und fortgeschrittener Gesellschaft, ...
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In 1993, Spanish choreographer La Ribot launched her “piezas distinguidas” (distinguished pieces) project. This project marked not only a profound break with conventional contemporary dance but also the realization of a new impulse in dance creation. La Ribot has worked on her “piezas distinguidas” for more than twelve years, creating 34 pieces, four different life...
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation...
Thierry De Mey, you are a composer and dance filmmaker who became famous with multi-screenings. Why do you use them? Shall I put truth towards the choreography or shall I respect a kind of film autonomy? Shall I move my camera or not, shall I shoot the feet or not? All these and a lot more...
