Abschied: Bernd Dreyer

Tanz - Logo

Er war ein echtes Berliner Kind, der am 5. September 1946 geborene Bernd Dreyer. Und ein geborener Tänzer. Von 1961 bis 1966 besuchte er die Staatliche Ballettschule Berlin, damals noch in der Niederlagstraße. Nach einjährigem Zusatzstudium an der Waganowa-Akademie im einstigen Leningrad ging er 1967 ins Ballett der Deutschen Staatsoper, gewann 1973 beim Ballettwettbewerb der DDR den 1. Preis, 1974 in Varna ein Diplom. Solist ab 1971, Meistertänzer ab 1975, blieb seine Hauptdomäne der klassische und neoklassische Tanz.

Alle Prinzenparts gehörten zu seinem auch international gezeigten Repertoire, ebenso der Crassus in László Seregis «Spartacus» und Galajuwelen wie Victor Gsovskys «Grand Pas Classique» oder Bournonvilles «Blumenfest von Genzano». Auch in der DDR-Erstaufführung eines Balanchine-Dreiteilers an der Staatsoper 1982 wirkte er prominent mit. Seine langjährige Partnerin war Primaballerina Monika Lubitz. 1979 erhielt er den Nationalpreis der DDR, bei Tänzern eher eine Rarität. Der frühe Tod seines Kollegen und Lebenspartners Josef H. Sklenár 1995 hat ihn zeitweise aus der Bahn geworfen. Nach dem Ende seiner künstlerischen Karriere 1986 war er an der Lindenoper Trainings- und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2019
Rubrik: Side Step, Seite 22
von Volkmar Draeger

Weitere Beiträge
CD, DVD, Buch 11/19

CD des Monats: Der Dreispitz

Kresnik als Corregidor: Es muss dem Bremer Ballettchef 1969 klammheimliches Vergnügen bereitet haben, ausgerechnet in seinem ersten Programm einen staatstragenden Charakter verkörpern zu können – und für ein übergriffiges Verhalten abgestraft zu werden, wie er es in seinen eigenen Arbeiten später immer wieder geißeln sollte. In erster...

Raus aufs Land: Florian Lochner

Ausbildung bei Birgit Keil in Mannheim, vier Jahre bei Gauthier Dance in Stuttgart, vier Jahre bei Hubbard Street Dance in Chicago: Jetzt ist Florian Lochner wieder zu Hause und baut mitten im Hohenlohischen bei Schwäbisch Hall ein Tanzzentrum auf. «Ich finde es sehr wichtig, nicht zu vergessen, woher man kommt», sagt der 28-jährige Existenzgründer. Was er selbst...

Demnächst in Mannheim: Agnès Noltenius

Die ehemalige Forsythe-Tänzerin Agnès Noltenius wird neue Leiterin der Mannheimer Akademie des Tanzes; sie tritt die Nachfolge der langjährigen Direktorin Birgit Keil an, die sich nach 22 Jahren relativ kurzfristig verabschiedet hatte. Die designierte Direktorin arbeitet seit Oktober als Professorin in Mannheim und wird die Leitung ab dem Sommer 2020 übernehmen,...