Grenzwertig
Die Welt lebt von Grenzen. Der Kolonialismus zog sie willkürlich über die Landkarte. So grenzte man sich voneinander ab – so, wie die Moderne vom Ballett, das den Kolonialismus repräsentierte. Sagt Natasha Hassiotis
Seit fünfhundert Jahren ist Afrika kolonialisiert. Kolonialismus heißt: Die Ökonomie in einer Kolonie gehört ihr nicht. Arbeit wird nur aufgezwungen, um Bodenschätze oder Ernten einzufahren. Ohne jede Gewinnbeteiligung. Diese «Arbeitsteilung» funktioniert auch strikt körperlich. Der «Weiße» arbeitet nicht mit seinem Körper. Sondern verbirgt ihn.
Der «Schwarze» gibt seinen Körper preis. Denn wir lieben jeden Unterschied.
Zum Kolonialismus gehört vor allem, dass Tradition weitgehend eliminiert und gegen eine «moderne» Zweckrationalität ersetzt worden ist. In ihren Kolonien begannen die Europäer «mit der sofortigen Veränderung des lokalen Lebensraums, um noch so weit entfernte Gebiete in Ansichtskarten der zurückgelassenen Heimat zu verwandeln … Eine große Anzahl an Pflanzen, Tieren, Getreidesorten, Landwirschafts- und Baumethoden trafen in den Kolonien ein, verwandelten sie in neue Orte mitsamt neuen Krankheiten, Umweltschäden und der Traumatisierung der überwältigten ...
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Auf der Liste des Kultur-Import-Exports steht Tanz ziemlich weit oben. Jedes Tanzfestival ist inzwischen eine interkontinentale Angelegenheit. Doch die Kunstform, die auf der Bühne kaum Grenzen kennt, überwindet die realen nicht immer reibungslos. Tanzkompanien sind an sich schon multinationale Gebilde. Und auch in Europa selbst, wo die Grenzen scheinbar immer...
Drei Tage lang schienen sie dem Tod geweiht. Umgeben von Dunkelheit, Kälte, erdrückenden Wassermassen am Grund des Pazifiks. Das Tauchboot Pris As-28 hatte sich in der Verkabelung einer unterseeischen Abhöranlage verheddert. Dann werden die sieben russischen Matrosen geborgen. Und können den Himmel wieder sehen: «Hoch oben weites Blau»! Unfall und Bergung gehen...
Ein Bild wie aus der Parfüm-Werbung: In teuer aussehender Unterwäsche stehen sich Sandrine Cassini und Fabian Moreira Costa gegenüber. Beide haben soeben ihr weißes Tutu ausgezogen. Sie lächeln sich an, schauen sich tief in die Augen. Olaf Schmidt, Ballettdirektor am Regensburger Stadttheater, lässt in seiner «Schwanensee»-Adaption Prinz Siegfried also nicht in den...
