Bern: Ballett vor dem Aus
Am Ende will’s mal wieder keiner gewesen sein. Von einer Abschaffung der Ballettsparte sei nie die Rede gewesen. «Zur Diskussion stand nur das Ballettensemble und die Frage, was man mit den freigewordenen Mitteln in der Tanzsparte Neues realisieren könnte.» Sagt Roger Merguin, Kodirektor der Dampfzentrale und Mitglied einer sechsköpfigen Gruppe, die über das Projekt «Neues Theater Bern» zu befinden hat – und merkt gar nicht, dass er von der Projektleitung über den Tisch gezogen worden ist.
Sollte der Plan je Wirklichkeit werden, steht das Stadttheater Bern künftig ohne Ballettensemble da.
Aber die 2,2 Millionen Schweizer Franken, die durch eine Spartenschließung freigesetzt werden, kommen nicht etwa einem noch nicht existenten Tanzhaus zugute, sondern einer neuen Betriebsstruktur, die sich schlicht und einfach «Musik/Theater» nennt.
Das findet der Verwaltungsratspräsident des Stadttheaters, Henri Huber, so auch in Ordnung. Weil Schauspiel und Musiktheater «faktisch unantastbar» sind, tut «man» eben «das Naheliegende: Man opfert das schwächste Glied». Und das ist (wie andernorts auch) das Ballett, das mit zehn Prozent des Gesamtetats in der Bundesstadt zwar am kostengünstigsten ...
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