Thomas Guggi: «Familienalbum»
Nicht jedes Projekt lässt sich am grünen Tisch planen, und manchmal macht einfach ein unterschiedliches Procedere das schönste Experiment am Ende zunichte. Einmal pro Saison praktizieren Vertreter der freien Szene und das BallettVorpommern innerhalb der so genannten TanZZeit eine Kooperation, von der alle Beteiligten nur profitieren können, wie das Vorjahres-Beispiel «Gleis Novi Sad» von TRAVA beweist: Beklatscht in Greifswald / Stralsund, war das Werk auch bei den Tanztagen Berlin ein durchschlagender Erfolg.
Vergleichbares war offenbar nach Meinung der Verantwortlichen von «Zoo» nicht zu erwarten, und deshalb setzten sie die Novität noch vor ihrer Premiere ab. Übrig blieben «Les Locataires», eine ältere Arbeit von Didier Théron, sowie ein szenisches Panoptikum, von Thomas Guggi nicht zufällig Familienalbum genannt: Denn wie eine bewegte Bilderfolge entwickelte sich seine Uraufführung Stück um Stück, eine «Gespenster»-Sonate nach dem gleichnamigen Drama Henrik Ibsens, bei der nicht nur die Zeit aus den Fugen gerät, sondern auch der menschliche Körper abzusterben droht – und damit die letzte Möglichkeit einer Kommunikation. Gruppiert um eine längliche Tafel, könnte das Ensemble ...
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Riki von Falken braucht auch für ihre Begegnung zwischen «Ungleichen» einen heiligen Hain, eine Art Todeszone aus höchstmöglicher Ordnung, beschwörender Stille, gefüllt mit Klängen von Ligeti und Cage. Tennisplatzgroß ist die Halle im ersten Stock der nunmehr alten Akademie der Künste in Berlin. Der halbseitig gelähmte Tim Petersen stößt wie ein Elefant ins...
Montréal-based Chanti Wadge came into dance “as a way of wanting to reflect on contemporary issues, and the experience of being human.” Her engagement in the form, like so many of her generation, is multi-faceted. “Multi-media can attend to different sense receptors that dance can‘t always,” she says. Technology affords her means to touch “the invisible, the...
Der Kern der Tanzgeschichte, also der Tanz, ist abwesend. Sobald Tanz aus der Gegenwart fällt, ist er nur noch im Gedächtnis abrufbar, in der Körper-Erinnerung von Tänzern und Betrachtern, im Foto, in der Notation, im Video oder in der Kritik. Die Substanz des Tanzes, das Tanzen dagegen, ist nur präsent im Moment der Bewegung. Insofern ist der Gegenstand der...
