Hamlet

Eine Räuberpistole von kevin o’day.

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Lohnt es sich, Shakespeare zu vertanzen? Immerhin gibt es schon, sagt das Programmheft, circa 400 gelehrte Publikationen jährlich zum Problemkomplex «Hamlet». Klingt übertrieben. Trotzdem finden sich immer wieder Neudeutungsnischen.

Ähnlich ambitioniert interpretieren die schätzungsweise ein Dutzend europäischen Inszenierungen pro Saison «Hamlet» mal politisch, psychoanalytisch, lebensphilosophisch, als Parabel über das richtige Handeln im falschen Leben, das Leben als (Schau-)Spiel und Denkexperiment, die Kraft und das Unvermögen des Zauderns, feministisch, postfeministisch, postdramatisch und buchstabentreu – von Laurence Olivier bis Angela Winkler. Hat hier jemand Fallhöhe gesagt?

Kevin O’Day, der amerikanische Choreograf und Ballettchef in Mannheim, nennt eine sehr persönliche Motivation für sein jüngst in Stuttgart uraufgeführtes Handlungsballett. Es seien, auch biografisch inspiriert, die Erwartungen des Vaters an den Sohn. Sie lägen in unserer DNS, verfolgen uns bis ins Mark. (So erklären sich die Prospekte rings um Tatyana van Walsums porösen Königs-Saloon: Knochenstruktur unterm Mikroskop.) Hamlet zögert, wie wir wissen, vier Akte lang, um das Ungeheuerliche zu tun, die ...

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Tanz November 2008
Rubrik: Premiere, Seite 24
von Katja Werner

Vergriffen
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