ich hatte glamour
Peter Wright, in Ihren Memoiren, die vor wenigen Wochen erschienen sind, nehmen Sie kein Blatt vor den Mund. Sie beschönigen nichts. Nicht Ihre Zeit beim Ballett der Württembergischen Staatstheater. Nicht Ihre Erfahrungen mit John Cranko, dem das Stuttgarter Ballettwunder zu danken ist.
Ich sage die Wahrheit. Warum sollte ich verschweigen, dass die sechs Jahre mit John nicht eben einfach waren? Er war schwierig. Das Theater war schwierig. Ich war schwierig.
Die Zeit war schwierig. Das Ballett musste noch um jeden Zuschauer kämpfen.
Koegler war schwierig …
Sie sprechen von Horst Koegler, einem der einflussreichsten Kritiker im Nachkriegsdeutschland.
Ja. Aber wir hatten einen Fokus, fühlten uns wie Pioniere. Wir mussten uns alles erkämpfen. Und John war ein guter Kämpfer. Sein Wirken hat die Stadt nachhaltig verändert.
1973 ist er gestorben. Seine Choreografien sind, wie Sie nicht zuletzt während der letzten Ballettwoche sehen konnten, nach wie vor voller Leben.
Und das nicht nur in Stuttgart. Ich wünschte, wir könnten an Londons Opernhaus in Covent Garden mehr von ihm sehen als nur seinen «Onegin». Immerhin hat das Birmingham Royal Ballet nicht nur Kreationen aus seiner Londoner Zeit ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Hartmut Regitz
«Wahrnehmung ist etwas, was wir tun», erklärt der Philosoph Alva Noë. Denn «Wahrnehmung hängt von unseren Fähigkeiten ab, zu agieren und zu denken». So steht es auch in seinem Buch «Action in Perception», und entsprechende Gedanken hat er als philosophischer Berater in «The Way You Look (at Me) Tonight» eingebracht, das im September uraufgeführte, als «soziale...
Der seit Langem schon offensiv traditionsbewusste John Neumeier, der als junger amerikanischer Tänzer in Stuttgart die Entstehung von John Crankos «Onegin» miterlebte, hat 2014 nach jahrelanger Vorarbeit eine eigene Kreation nach Puschkins Versroman herausgebracht: «Tatjana» sollte die weibliche Hauptfigur der Vorlage stärker in den Fokus rücken und die Geschichte...
Acht Monate nach seiner Ernennung hat die Leitung der Mailänder Scala Mauro Bigonzettis Rücktritt vom Posten des Ballettchefs bekannt gegeben. Im offiziellen Statement heißt es, der «Maestro» demissioniere «aufgrund eines anhaltenden Rückenleidens», eine fachärztliche Krankschreibung liegt vor. Klar ist aber auch, dass der Funke zwischen Bigonzetti und dem Ensemble...
