gelsenkirchen: breiner, dawson, fonseca «b3 vertanzt»
Sieben Jahre ist «Hold Lightly» alt. Im Rahmen eines «Beethoven»-Abends des Kevin O’Day Ballett Mannheim entstanden, nahm die damalige Solistin des Stuttgarter Balletts das Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll zum Anlass, «Zäsuren und Neuanfängen» nachzuspüren wie auch der «Frage nach dem Weitergehen und Zurücklassen und dem, was ihm folgt». Bridget Breiner stand seinerzeit scheinbar vor dem Ende ihrer Tänzerkarriere. Noch Ensemblemitglied, war eine Zukunft als Choreografin keineswegs ausgemacht.
Und auf eine Chefposition in Gelsenkirchen wagte die Amerikanerin aus Columbus, Ohio, nicht einmal in ihren kühnsten Träumen zu hoffen.
Im Musiktheater im Revier ist «Hold Lightly» jetzt in einer Neufassung zu sehen, die allenfalls im zweiten Satz die Problematik eines Entscheidungsprozesses ahnen lässt. Von Jürgen Kirner in ein metallisches Geviert gefasst, wirkt das Werk der inzwischen rundum erfolgreichen Ballettdirektorin anfangs wie eine Paraphrase von Goethes «Zauberlehrling»; die acht Tänzer und Tänzerinnen «schöpfen» spielend aus ihren Eimern. Doch das Objekt ist nur Mittel zum Zweck, denn Bridget Breiner entwickelt mit ihrem «Werkzeug» eine Möglichkeit, der Musik gerecht zu werden und ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Hartmut Regitz
Wie aus dem Nichts taucht Héloïse Fournier auf, eine Schattenfigur, die sich erst noch aus dem dampfenden Dunkel herausschälen muss. Eine Urmutter, dem Boden verwachsen. Eine Gestalt wie aus dem Bewegungskosmos einer Mary Wigman, dem auch die Choreografin Susanne Linke entstammt. Héloïse Fournier ist es jedenfalls, die stellvertretend aus der Tiefe all die anderen...
Glück war Dmitri Schostakowitsch bei Stalins Parteiobrigkeit mit seinen drei sowjetischen Balletten nicht beschieden: Alle wurden sie im Zuge der Formalismus-Anwürfe nach 1936 verboten. Hatte «Das goldene Zeitalter» fast zwei Dutzend Reprisen, kam «Der Bolzen» nicht über die Premiere hinaus; «Der helle Bach» wurde von der «Prawda» gar als «Ballett-Betrug»...
Zürich hat einen neuen «Schwanensee». Und der ist der alte. Alexei Ratmansky hat anhand der Stepanov-Notationen die Fassung von Marius Petipa und Lew Iwanow aus dem Jahr 1895 zu rekonstruieren versucht. Eine immense Arbeit, für die nicht nur das Ballett Zürich und das Junior Ballett Schwäne stellen, sondern auch die Tanzakademie Zürich (tanz 2/16) und die...
