natalia osipova & sergei polunin
Sie schlägt ihn grob mit einem Blumenstrauß, das Gesicht wutverzerrt: rechts, links, rechts. Dann die Anweisung des Choreografen Arthur Pita: «Nein: rechts, links, und dann greifst du ihren Arm ... oder warte, so stimmt es immer noch nicht ganz ...» Etwa eine Viertelstunde dauert es, um ein paar Sekunden dieses amourösen Tobsuchtsanfalls zu inszenieren, dann beginnt die Besänftigungs-Sequenz – jener Moment, den das Publikum herbeisehnt: Kleinlaut beschwichtigt der ehemalige Tänzer des Royal Ballet die ehemalige Tänzerin des Bolshoi-Balletts mit einer Salve von Küssen.
Abtrünnige großer Kompanien sind sie beide: Die Rede ist von Natalia Osipova und Sergei Polunin, den derzeit wohl am höchsten gehandelten Stars der Ballettwelt, die sich nun unter zärtlichen Küssen einer innigen Versöhnung hingeben.
Als Osipova und Polunin im letzten Jahr ihre private Beziehung öffentlich machten, ging ein ekstatischer Seufzer durch die Ballettwelt angesichts der ungeahnten Möglichkeiten, die sich mit Blick auf künftige gemeinsame Auftritte des Traumpaares auftaten. Sie die Lodernde, er der Schwelende – und beide sehnen sich nach anspruchsvollen Choreografien. Das Sadler‘s Wells ließ sich nicht lange ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Ismene Brown
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