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Der seit Langem schon offensiv traditionsbewusste John Neumeier, der als junger amerikanischer Tänzer in Stuttgart die Entstehung von John Crankos «Onegin» miterlebte, hat 2014 nach jahrelanger Vorarbeit eine eigene Kreation nach Puschkins Versroman herausgebracht: «Tatjana» sollte die weibliche Hauptfigur der Vorlage stärker in den Fokus rücken und die Geschichte frischer erzählen. Dazu bestellte Hamburgs Ballettchef neuerlich eine Partitur bei der polystilistisch komponierenden Russin Lera Auerbach.
Die kopiert sich fleißig durch die Musikgeschichte, bedient sich vor allem in den Gesellschaftsszenen bei Dmitri Schostakowitschs melancholischen Walzern. Die zehn Szenen ziehen sich, besonders im ersten Teil der «choreographischen Episoden», die jeweils eher Skizze geblieben sind. Neumeiers Bewegungs-Output funktioniert natürlich auch auf Autopilot, doch bewegt er diesmal in eigener, kleinteilig zusammengepuzzelter Ausstattung sowie selbst gesetzter Lichtführung nur eine Art Wachsfigurenkabinett. Die Darsteller mühen sich mit allen emotionalen und kinetischen Kräften, doch weder Hélène Bouchet als aufopferungsvoll die Bühne beherrschende Tatjana, noch der hohlwangige Edvin Revazov ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Manuel Brug
In Cottbus ist Jo Fabian kein Unbekannter. Seit 1991 hat der «Gesamtkünstler» am Staatstheater vier Ballette, eine Oper und ein Mehrspartenprojekt herausgebracht. Ab August 2017 fungiert der gebürtige Berliner als Schauspieldirektor, ohne deswegen das Choreografieren ganz zu lassen.
Unter den «Dutch Masters» (wie sich bezeichnenderweise ein Programm des...
wird, vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat, ab der Spielzeit 2018/19 das Europäische Zentrum der Künste Dresden in Hellerau leiten. Damit beerbt sie Dieter Jaenicke, der seit 2009 das einst als Bildungsanstalt für Rhythmik erbaute Festspielhaus in der Gartenstadt Hellerau zum Erfolg geführt hat. Carena Schlewitt kehrt mit der Direktionsübernahme nach...
Künstlerische Jungfernzeugung ist ein so seltenes Phänomen, dass man ihr Vorkommen praktisch nicht belegen kann. Alles kreative Tun wurzelt in den Tiefen künstlerischer Muttererde. Egal ob dieser Nährboden seine Fruchtbarkeit nun aus Krieg, persönlichem Unglück, ausgedehnten Friedenszeiten, Armut, ererbtem Reichtum oder – wie im Falle der Familien Bach oder Mozart...
