persönlich
newcomer_________
tars vandebeek
Wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen, achten sie bekanntlich nicht darauf, wohin sie geraten. Und wenn wir gen Himmel schauen, tun wir das selten in der Hoffnung, einen Stern oder das, was wir dafür halten, fallen zu sehen.
Das ist im Ballett nicht anders. So gingen wir zuletzt ins Opernhaus Zürich, um daselbst «Anna Karenina» lieben und leiden zu sehen. Das lässt ein Ballett mit dem Titel von Lew Tolstois berühmtem Roman erwarten.
Und erwarten dürfen wir auch, dass als Gegenfigur zu Anna Karenina und Graf Wronski, die sich in Liebe und Leidenschaft verzehren, der Gutsbesitzer Lewin stehen wird, ein gutmütiger Kerl, etwas ungeschliffen und nicht sehr gewieft, dafür aber ehrlich und rechtschaffen. Einen solchen Lewin gibt es auch in Christian Spucks neuem Ballett «Anna Karenina» (ausführliche Kritik in der nächsten tanz-Ausgabe). Der Zürcher Ballettdirektor hat der Figur des Lewin als Kontrast zur Sankt Petersburger Gesellschaft vorwiegend zeitgenössisches Bewegungsmaterial gegeben. Der Bauer tanzt mit seinen Arbeitern mit abgewinkelten Füssen und in den Boden schwingenden Armen übers Feld. Und Tars Vandebeek legt sich als Lewin so ins Zeug, als ...
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Tanz November 2014
Rubrik: menschen, Seite 30
von
Kuratoren, Galeristen, Kunstprofessoren winken routiniert ab, sobald jemand mit der Frage aufschlägt: Wo bitte geht‘s zur Avantgarde? Selbst Originalität gilt heute als problematisches Unterfangen, war doch … alles schon mal da. Tanzkreative hören über ihr eigenes Schaffen denn auch häufig nichts lieber als: «Das sieht nach Billy aus.» Was so viel bedeutet wie: Du...
In Erinnerungen zu schwelgen, verbietet der Anlass. Vor zehn Jahren, am 21. November, ist Uwe Scholz in Bad Saarow gestorben, von Alkoholkonsum wie Tablettenmissbrauch gänzlich geschwächt: ein vergleichsweise junger Choreograf, gerade mal 45, schmächtig anzuschauen, der als Ballettdirektor in Zürich und Leipzig ein geradezu gigantisches Œuvre hinterlassen hat. Sich...
im dezember: klassisch heute_______
Wenn Alexei Ratmansky am 13. Dezember beim Bayerischen Staatsballett seine «Paquita» vorstellt, braucht man sich um mangelnde Aufmerksamkeit nicht zu sorgen: Zum ersten Mal erarbeitet der gefragte Choreograf ein Petipa-Ballett auf Grundlage des umfangreichen Quellenmaterials – als Höhe- und Schlusspunkt einer Klassiker-Pflege,...
