brigitte lefèvre: auf ein neues
Die Chefetage hat sie schon geräumt, nun will Madame endlich auch mit Klischees und Kulissentratschereien aufräumen. Brigitte Lefèvre sitzt in einem Nebenkabuff jenes Düstergelasses, das im Pariser Palais Garnier als Pressebüro firmiert. Nachgedunkeltes Holz wandauf, wandab, darunter allenfalls sechs Quadratmeter, auf denen sich Computertisch und Chaiselongue jeden Zentimeter streitig machen.
Die Ex-Direktorin des Opernballetts wirkt inmitten dieser Finsterkammer trotzdem wie befreit: «Ich habe die Kompanie über 20 Jahre geleitet, ich habe Kulturminister kommen und gehen sehen, Opernleute kommen und gehen sehen – und jedes Mal habe ich verhandeln und dabei etwas opfern müssen, um Zukunft zu gewinnen. Es reicht, es ist genug.»
Sich selbst und ihre künstlerischen Überzeugungen hat sie nicht geopfert, so viel ist klar. Aber Privatleben und ja, auch ein Stück Autonomie: «Der Spielraum ist enger geworden, finanziell und was das Erscheinungsbild der Opéra insgesamt betrifft. Trotzdem strahlt das Ballett weltweit aus.» Was, obwohl Brigitte Lefèvre niemals ein Selbstlob in den Mund nehmen würde, niemand anderem zu danken ist als ihr. Sie hat das Repertoire für die über 150 Köpfe zählende ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: menschen, Seite 32
von Dorion Weickmann
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