Kein Flüchtling
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den Niederlanden emotionale Wellen geschlagen und bei Het Nationale Ballet derart Eindruck gemacht, dass man dort beschloss, einen Fonds einzurichten, der es dem Tänzer ermöglichte, ein Ausbildungsjahr in den Niederlanden zu verbringen. Kaum in Amsterdam angekommen, wurde er zu einer Art Nationalheld ausgerufen und schließlich zu einer paneuropäischen Symbolfigur, nachdem der Film auch in anderen Ländern ausgestrahlt worden war. Dieser plötzliche Ruhm, hält er an? Konnte sich Joudeh mit seiner Friedensbotschaft in Europa – und in Syrien – nachhaltig Gehör verschaffen? Und was ist aus seiner Hoffnung geworden, in sein Heimatland zurückzukehren und dort als Tänzer zu arbeiten?
In den Schoß gefallen ist Ahmad Joudeh in seinem Leben so gut wie nichts. Der älteste Sohn eines palästinensischen Vaters und einer -syrischen Mutter – er ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Fremde, Seite 118
von Pieter T’Jonck
Das Neueste von Hofesh Shechter oder Crystal Pite, Wayne McGregors «Woolf Works», ein rekonstruierter «Corsaire»: All das gibt es direkt vor der Haustür und mit toller Sicht, zwischen 20 und 30 Euro muss man zwar löhnen, spart aber die Reise nach London, Moskau, Paris. Über deren Kosten würde man sich manchmal sehr ärgern, bei Carlos Acos-tas unsäglicher «Carmen»...
Für eine klassische Ballerina wäre sie zu hochgewachsen, aber der Bühnentanz ist eh nicht ihr Metier. Zumindest nicht aktiv. Aber Carmen Kovacs, so heißt die Tochter einer polnischen Mutter, um die es hier geht, hat einen sehr klugen Kopf. Sie ist jung, und sie liebt, was und wen sie sieht in Trainingssälen und auf Tanzbühnen, und natürlich das, was die dort tun....
Ligia Lewis kreiert engagierte, dissonante, notwendige Tanzstücke. Bestes Beispiel: «Minor Matter» (2016), von der Choreografin gemeinsam mit -Tiran Willemse und Corey Scott-Gilbert performt – abstrakt und zugleich unerhört persönlich. In Zeiten neu aufkeimender rassistischer Gewalt und der vor diesem Hintergrund agierenden internationalen Bewegung «Black Lives...
