Auf DVD

Uwe Scholz

Tanz - Logo

Dieser «Sacre du printemps» war ein Schock und nicht ohne Weiteres vom Publikum zu verkraften. 2003 choreografierte Uwe Scholz in Leipzig die «Bilder aus dem heidnischen Russland» gleich doppelt: als ein «Ballett in zwei Teilen», das Igor Strawinskys epochale Musik zunächst in einer Version für zwei Klaviere vorstellt, um erst danach die berühmt-berüchtigte Orchesterfassung zu interpretieren. Ein Ballett, das erst in einem solistischen Countdown implodiert, bevor es mit dem gesamten Ensemble alle Vorstellungskraft sprengt.

Strawinskys Komponistenkollege Arthur Honegger sprach nicht umsonst von einer «Atombombe der Musik». Keiner aber hat sich dabei so zum Opfer gemacht wie Scholz, der im «Sacre» selbstzerstörerisch sein eigenes Schicksal aufarbeitet und mit sich und anderen abrechnet: eine Lebensbilanz, die wenig später durch seinen frühen Tod besiegelt wurde. Günter Atteln, dessen ebenso schönes wie sensibles Scholz-Porträt auf der Doppel-DVD zu sehen ist, hat beide Fassungen des «Frühlingsopfers» aufgezeichnet: um ein faszinierendes Werk für die Nachwelt zu erhalten.

«Le sacre du printemps» und «Seelenlandschaften» bei medici arts

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Medien, Seite 60
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Flamenco

In London ist einmal im Jahr Flamenco-Olympiade. Die besten Tänzerinnen heißen dort nach wie vor Eva Yerbabuena und María Pagés, dicht gefolgt von Rafaela Carrasco und dem Nuevo Ballet Español. So hoch liegt die Latte für das Highlight danach: die Gala am Ende des «Flamenco Festival London 2010» (13.–27. Februar) am Sadler's Wells Theatre: Hier tritt Belén López...

Tanzzeitschriften

Die ideale Leserin, der ideale Leser kommt herum in der Welt, spielt sicher auf der Klaviatur sozialen Verhaltens und hat einen Hang zum Mondänen. Das jedenfalls suggerierte die Zeitschrift «Der Tanz», die in ihrer ersten Ausgabe mit der Aufforderung für sich wirbt: «Verlangen Sie überall, in Klubs, Cafés, Hotels und Lesezimmern, die Monatsschrift ‹Der Tanz›». Die...

Nachruf

Bob Curtis aus Mississippi, 1994 nach Österreich übersiedelt, war in gewisser Weise der Doyen der Wiener Tanzszene. Seine hagere Gestalt, sein ebenmäßiges Gesicht, seine Eleganz und Bescheidenheit machten Curtis nach fast 60 Jahren in Wien zum charismatischen Vertreter einer effektvollen Mischung aus afrikanischem Tanz, Ballett und Modern-Dance-Elementen. Bei all...