Ausstellungen
körper und bühnen
Anlässlich des Tanzkongresses in Hannover (16. bis 19. Juni) zeigt der ortsansässige Kunstverein eine bemerkenswerte Ausstellung, die kurz zuvor eröffnet wird und bis in den Sommer hinein läuft. Vier zeitgenössische Tanzkünstler zeigen als Grenzgänger zwischen Tanz und Kunst ab dem 10. Juni, wie Körper ausgestellt und gedeutet werden. Alexandra Bachzetsis (tanz 11/13) wird sich dazu in Pose werfen. Vaginal Davis spricht in einer Lecture-Performance über sich als Queer-Ikone. Adam Linder setzt auf seine Tanzkunst der «Raumreinigung».
Und sein Kollaborateur Shahryar Nashat wird die Rollen von Betrachter und Akteur zu verkehren versuchen (tanz 3/16). Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie in der Kunst und im Tanz die Darstellung des Körpers durch den Körper tatsächlich funktioniert und welche Rolle die Betrachter spielen, wenn sie Darstellung gerade dort vermuten, wo nichts als blanke körperliche Realität am Werk ist. Bis zum 28. August; kunstverein-hannover.de
Berlin, Hamburger Bahnhof, julianrosefeldtinberlin.de; «Manifesto»: Julian Rosefeldt verteilt in seiner Video-Installation die Texte von Kunstmanifesten auf zwölf heutige Figuren, alle verkörpert von der ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 54
von
Die Luft vibriert. Ein Duett? Ein Duell. Zwei, die sich so leidenschaftlich anziehen wie abstoßen, umkreisen einander. Virtuos. Bis der Mann, ganz in Schwarz, und die Frau, ganz in Rot, die Contenance verlieren – und er sie erwürgt. «Lights out» rockt dazu Little Walter. So dramatisch geht es nicht in allen Tanz-Splittern zu, die sich am Theater...
Sie sind jung, hungrig, begabt – und retro. Genau diesen Anstrich hat das Ballett Dortmund seiner NRW Juniorkompanie verordnet. Keine der vier Choreografien in diesem «Stepping Future»-Abend verheißt avantgardistische Ambition, aber schlimm ist das nur in einem Fall: Can Arslans «Sakura» entpuppt sich als Schmacht-Pas-de-deux in dekorativer Werbespot-Ästhetik,...
Rau, pur und nackt war der Tanz, den Dominique Dumais in Mannheim schuf – jedenfalls im Rahmen der drei abstrakten Tanzstücke, in denen sie Bewegung selbst untersuchte. In «R.A.W.» entsprang diese Bewegung 2012 der menschlichen Lust und Energie, «Pure» konzentrierte sich 2014 auf Schwerkraft und Schwung, und nun zeigt Dumais die Nacktheit der Seele auf, mit der ein...
