Ismael Ivo
Ismael Ivo gibt sich göttlich. Ein güldnes Sonnensymbol auf dem nackten Rücken, steigt er herunter aus seinem Olymp, und Lorbeerkranz gleich umwinden seine Hände das eigene Haupt: ein schwarzer Apoll, der sich aus der neobarocken Kuppel der Eingangshalle herablässt, um das neu eröffnete Berliner Bode-Museum nicht als ein «Apollon musagète» zu weihen, sondern als Allmächtiger. «Apollo und Hyacinth» heißt das lateinische Intermedium, das der 11-jährige Mozart 1767 komponiert hat.
Dem Titel zum Trotz erzählt es uns weniger vom Jüngling, der sich nach seinem Tod in die gleichnamige Blume verwandelt, als von dessen Schwester Melia, die sich der Gunst des Gottes erfreut. In den hohen Hallen verkörpert Bettina Bölkow, mit Yui Kawaguchi alternierend, die Königstochter mit nobler Allüre. Ismael Ivo und Oren Lazovski lassen dagegen ihrer Leidenschaft freien Lauf, wälzen sich entweder konvulsiv auf dem grasbedeckten Catwalk oder verbeißen sich in den einen rotbäckigen Apfel: eine symbolkräftige, letzten Endes eher skulpturale Szene, die an Fotos Robert Mapplethorpes erinnert, den Ivo auf die erwartete Weise zitiert – den aufgereckten Stengel der Hyazinthenblüte wie einen erigierten Penis so ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sein Vater war Erfinder. Aus dem kleinen Vermögen erhielt der Sohn einen Buchladen in der Londoner Charing Cross Road. Hier erfand sich Beaumont als Verleger von zeitgenössischen Buchpreziosen. Bis er den Ballets Russes von Diaghilev und den Ballets Suédois von Börlin erlag – der Avantgarde seiner Zeit in den 1920ern. Er kombinierte Alben der von ihm hoch verehrten...
Matteo Levaggi, a former dancer for Aterballetto and the youngest rising talent in Italian postclassical ballet, likes to give his ballets philosophical-sounding titles such as “Canto bianco in un momento di orizzonte verticale” (White Singing in a Moment of Vertical Horizon), created for Balletto Teatro di Torino to music by Steve Reich. As resident choreographer,...
Wie geht es der freien Tanzszene in Stuttgart? Schlecht. Zu diesem Schluss kommt man nicht nur, wenn man das, was der Stadt ihre Förderung wert ist, mit den Summen vergleicht, die anderswo fließen. Auch dass hiesige Künstler sich schwertun, über die Region hinaus präsent zu sein, fällt auf. Doch am Horizont tauchen mehrere Hoffnungsschimmer auf. Einer ist Eric...
