Von Kindern für Kinder

«Im Labyrinth der Bücher»: ein Besuch bei den Vorbereitungen für die neue «Young Show».

Tanz - Logo

Für Egon ist die Sache klar. «Ich bin eine Rampensau. Ich möchte in meinem späteren Beruf auf der Bühne stehen. Nicht dahinter.» 

Egon Werler, wie er mit vollem Namen heißt, ist gerade 14 geworden, eher zartgliedrig, schlank, das hellbraune Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden – und im Gespräch alles andere als das, was man sich womöglich unter einer «Rampensau» vorstellt. Auch drängelt er sich bei der Probe wenig später auf der Bühne des Berliner Friedrichstadt-Palastes keineswegs in den Vordergrund.

Vielmehr fügt er sich als «Lemur», wie er mir seine Rolle im Robinson-Crusoe-Bild erklärt, geschmeidig in eine Gruppen-Choreografie ein, die Nikolay Golovanov für die gerade entstehende «Young Show» erarbeitet hat. Wenn der Junge einem ins Auge fällt, dann allein seiner hellen Shorts wegen. Alle anderen tragen in dieser Probenphase noch einheitliches Schwarz. 

Egon wurde nicht extra für diese Show gecas-tet. Seit acht Jahren ist er beim jungen Ensemble des Palastes als Tänzer und Schauspieler dabei, das alljährlich abwechselnd mit der «Grand Show» eine Aufführungsserie erarbeitet – «von Kindern für Kinder», wie auch er gleich betont. «Ein Langzeitprojekt» nennt Christina Tarelkin ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2019
Rubrik: Friedrichstadt-Palast, Seite 8
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Unbändiger Geist

Sie ist eine Baumeisterin, eine Architektin von Raum und Zeit, die von der Pike auf gelernt hat, wie man einen Tanzabend konstruiert. Immer war sie mit Haut und Haar in den kreativen Prozess involviert, zuerst als Tänzerin, dann als Choreografin und, im letzten Jahrzehnt, als Artistic Director. Heute konzentriert sie sich mit Leidenschaft darauf, die Entwicklung...

Im Musenraum: Anne Teresa de Keersmaeker

Anne Teresa de Keersmaeker ist derzeit viel in der Kunstwelt unterwegs. Im Augenblick zeigt die belgische Starchoreografin nicht nur ihren Erstling, «Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich» (1982), in der Düsseldorfer Kunstsammlung in einer fortlaufenden Performance (29. Okt. bis 10. Nov.). Im Brüsseler Museum Bozar sorgt zugleich ihr Beitrag zur...

Berliner Clubleben: Traumabar und Kino

Die Berliner Tanzszene taucht gerne ab, hinunter zu Orten, die der Kulturbetrieb der Stadt sonst nicht im Blick hat: diesmal in die Traumabar. Unweit des Hauptbahnhofs, in einem seelenlosen Neubaugebiet auf dem ehemaligen Grenzstreifen, hat sich ein anonymer Investor einen Traum wahr gemacht: einen Mix aus Club und Kunstbetrieb auf einem Gelände mit alten Garagen....