Tanztheater Wuppertal
Vor einem Jahr starb Pina Bausch. Ihr Werk lebt. Das Tanztheater Wuppertal trägt es auf seinen Gastspielreisen weiter hinaus in die Welt. Die Nachfrage ist rund um den Globus ungebrochen. Zu Hause, im Bergischen Land, studiert die Kompanie Klassiker wie «Viktor» und «Danzón» wieder ein – ein neues Stück kann es ja nun nicht mehr geben. Dominique Mercy, der künstlerische Leiter, und das Ensemble haben mehr zu tun denn je.
«Die viele Arbeit treibt uns an», sagt der Franzose. Irgendwann wird ein neuer kreativer Prozess beginnen.
Noch, sind sich alle einig, ist es dafür zu früh. Die Stimmung sei eigentlich ganz schön. Das Wichtigste für alle sei weiterzumachen. «Trotzdem», erzählt er, «bei den Proben zu den alten Stücken war zu spüren, wie dünn das Eis ist. Wir sind alle noch sehr verletzt und fragil.»
Für Pina Bausch sei es immer das Wichtigste gewesen, nicht aufzugeben. Auch ein Jahr danach ist die Kompanie noch so zusammen, wie sie war. Streit um Aufführungsrechte gibt es nicht. Dass es auch anders hätte laufen können, zeigt das Beispiel Martha Graham. Deren Truppe brach nach ihrem Tod beinahe auseinander, weil die Erben sich über die Rechte an ihrem Werk nicht einigen konnten. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Einst wurde mit großem Aufwand in Deutschland kommunale Kulturpolitik betrieben – man denke nur an Hilmar Hoffmann in Frankfurt am Main. Wer sonst sollte den Bürger auch mit Kultur versorgen? Das weite Land, der ferne Staat? Aber das effiziente Instrument ist zu einem ungeliebten Stiefkind verkommen. Seit die Stadtsäckel immer enger geschnürt werden, versuchen...
Er halte «Text-Andachten» ab, spöttelte man über den Regisseur Laurent Chétouane. «Heilige Kunstexegese», in der sich die Akteure viel zu wenig bewegten. Und ausgerechnet so einer wechselt die Szene, nennt sich «Choreograf» – und ist damit die ästhetische Bereicherung für die deutsche freie Tanzszene. Erst will Chétouane, Jahrgang 1973, Ingenieur werden. Er...
15 Jahre tanzt Carol Prieur nun schon in Marie Chouinards Kompanie: «Es ist eine intensive Erfahrung gewesen, und ich habe so viel gelernt», sagt sie über diese Zeit. Man hört dabei deutlich ein gewisses Erstaunen heraus. Wenn man Carol Prieur begegnet, erscheint sie einem als stilles, zurückhaltendes Wesen. Im Studio ist sie das Gegenteil. Sie behauptet sich, und...
