sylvana seddig
ist Teil des tänzerischen Kraftzentrums bei Bodytalk und seit 2014 auch als eigenständige Choreografin unterwegs. Mit ihrer Produktion «Neurosen und Altlasten: Psychotanz mit Ich, Mir und Mich» schuf sie zusammen mit den Tänzern Johanna Roggan, Jan Werge und Tim Gerhards ein Psychogramm des alltäglichen Wahnsinns: Inseln der Glückseligkeit, belegt mit Rollrasen und belebt mit absurd komischen Intensivmeditationen. Die Kölnerin bedient dabei weniger die hohe Schule der feinziselierten Ästhetik, vielmehr laviert sie zwischen den Grenzen von Tanz und Groteske.
Dazu kommt ein Quantum gesellschaftspolitischer Ausdruck, was starke Bilder und Stimmungen erzeugt.
Etwas düsterer kommt ihre nächste Arbeit «Dutopia» daher, in der sie zwischen Video und Wackelpudding auch selbst performt. Die Sprach-Tanz-Mischung verwischt einmal mehr die klassischen Genregrenzen. Sylvana Seddig erweist sich dabei als gute Schülerin ihrer Mentorin Yoshiko Waki. Sie folgt deren Anspruch, politisch relevantes Tanztheater zu machen, und nimmt doch von Anfang an eigene Markierungen vor, indem sie deutlich spielerische Ansätze sucht und sehr bewusst ironische Brüche und Übertreibungen einsetzt. Zugleich bevorzugt ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 178
von Torben Ibs
Island bringt immer wieder tolle Tänzer hervor – Frank Fannar Pedersen ist einer von ihnen. Nach der Ausbildung in Reykjavík und an der Ballettschule der Finnischen Nationaloper in Helsinki tanzte er bei der Iceland Dance Company, dann bei IT Dansa Barcelona und im Ballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Als für die Kompanie von Stephan Thoss in Wiesbaden...
Das Label Hoffnungsträgerin soll ihr als Choreografin-Tänzerin gelten, aber es gilt auch – in ihrer Person – stellvertretend für die Künstler, die sich mit einem Stück explizit an ein bestimmtes Publikum wenden. Die Zielgruppe hat einen Namen: Kinder. Trotzdem kann sich in Pfundtners Fall jeder das Stück anschauen. Besser noch: Sollte! Pfundtners «nimmer» ist klug,...
Es gab beim letztjährigen Berliner «Tanz im August» mit Marcos Moraus La Veronal ein Ensemble, das später als Shooting-Truppe der Saison herumgereicht wurde. Mit Recht. Was Morau in «Siena» mit wunderschönen Tänzerinnen in einem Museumsambiente – Tizians «Venus von Urbino» an der Wand – entfesselte, war so fein anzusehen wie spannend rätselhaft. Zu barocken Klängen...
