westfenster
Wer in den 1970er-Jahren in Berlin nach zeitgenössischem Tanz suchte, der blieb ohne Erfolg. Tanz – damit assoziierten die Einwohner der geteilten Stadt: klassisches Ballett, Tatjana Gsovsky und Opernhaus. Die letzten Impulse der deutschen Tanz-Avantgarde hatten sich verflüchtigt, das Essener Folkwang-Studio lag in weiter Ferne, und die «Internationale Sommerakademie des Tanzes» in Köln war nur Eingeweihten bekannt.
Allein die Festival-Reihe «Pantomime-Musik-Tanz-Theater» in der Akademie der Künste, die Dirk Scheper und Nele Hertling 1966 ins Leben gerufen hatten, brachte einmal im Jahr, parallel zum Theatertreffen, frischen Wind in die Stadt. Im Mai 1975 präsentierte Scheper neben den Ensembles von Pilobolus und José Limón die deutsch-amerikanische Tanzkompanie Group Motion. Sie eröffnete das Festival mit «Crossing The Great Stream», einer dreiteiligen Produktion, die choreografische Sequenzen mit improvisatorischen Phasen vermischte, Film- und Diaprojektionen als inszenatorische Mittel einsetzte und mit einer aufblasbaren, raumfüllenden Skulptur überraschte, die sich bedrohlich nah in Richtung Publikum schob. Die Vorstellung traf mich mit großer Wucht, denn nie zuvor war mir die ...
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Tanz November 2014
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Ric Schachtebeck
Wie wollen wir arbeiten? Und unter welchen Bedingungen? Ersteres klären Choreografen und Tänzer der freien Szene individuell. Die Antwort auf die zweite Frage gibt hingegen das System der Kulturförderung am jeweiligen Arbeitsort vor. Öffentliche Förderung ist für freie Tanzschaffende eine Vorbedingung ihrer Tätigkeit. Die Antragsprosa ist der Bewegungskunst...
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gardenia
war 2010 das Erfolgsstück der belgischen les ballets C de la B. Mit einem transsexuellen Star, der damals noch keiner war: Vanessa van Durme. Nun, 200 Vorstellungen in 25 Ländern später, wurde aus dem Tanzabend von Alain Platel und Frank Van Laecke (tanz 10/10) ein Film – keine Bühnenadaption, sondern ein Blick ins echte Leben der sechs...
Rundherum klopft und zupft der Sound von Tamer Fahri Özgönenc, während wir Zuschauenden uns akklimatisieren und im unbestuhlten Theatersaal arrangieren: ziellos flanieren, einander flüchtig oder eingehend mustern, uns auf den Boden setzen, uns gegenseitig erfassen und anpassen an jeweilige Gehrichtungen und -tempi. Eine Gemeinschaft auf Zeit, ein zufälliges...
