monaco: Jean-Christophe Maillot: «Opus 50»
Jean-Christophe Maillot ist 50. So läutet er beherzt und beunruhigt zugleich sein «Opus 50» ein. Er darf zurückblicken auf sein Schaffen und sich fragen, wohin die Reise geht. Einhalten und schauen, wie es klingt, wenn Körper, Geist und Tanz miteinander anstoßen. Das Ergebnis soll bestimmt für sich selbst stehen. Erklärende Texte überlässt er Marc Monnet, dem Auftragskomponisten, und Philippe Favier, dem Kostüm- und Bühnenbildner.
Gaëtan Morlotti, sonst Alter Ego des Choreografen, tritt auf und korrigiert die weißen Hosenröcke dreier Damen, die er durch gezielte Handgriffe gleich auch in Tanzposition bringt und zum Leben erweckt. Lang gestreckte Arme winken Herrn Balanchine zu. «Tanzen», flüstert Morlotti in sein Mikrofon. Und später: «Davonfliegen!» Monnet beschreibt eine «unmögliche Melodie», ein Leben, das darum kämpft, weiter zu uns zu sprechen. So ist die Musik ein ständiges Auf und Ab zwischen Harmonien und Dissonanzen, zwischen Minimalismus und Anleihen aus der Weltmusik.
«Begehren!», «Sterben!» sind Morlottis letzte Seufzer als Zeremonienmeister. Fast hätte er eine Rolle ohne jede Bewegung erhalten. Maillot stellt so die Frage nach der Beständigkeit der Dinge. Vier Herren ...
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Tanz Oktober 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Thomas Hahn
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