Nordhausen: Ivan Alboresi, Kevin O‘Day «Die Kraniche des Ibykus» / «In parts/To gather»
Kevin O‘Day, ehemaliger Chef des Mannheimer Balletts, setzt auf natürliche, aus den Körpern entwickelte Bewegungen. Beim Doppelabend mit der Nordhäuser Kompanie zeigt er eine verspielte Szenenreihe als Uraufführung: «In Parts/To Gather» ist der Aufbruch Einzelner in die Gemeinschaft, das Erwachen zu Kommunikation, Solidarität und Emotion. Wärmende Klänge eines Live-Streichquartetts mit Kammerwerken Johann Sebastian Bachs gibt es schon bei den Vorab-Improvisationen im Foyer. Auf der Bühne ertönt dann zwischen den Sätzen liebliches Vogelgezwitscher zu harmonischer Bewegung.
Die Gruppierungen, besonders beeindruckend immer wieder das Herrenquartett mit Tänzerin, gleiten dahin wie unter einer poetischen Kuppel. Das Atmen ist, so scheint es, mit den Bewegungen und den Tänzer-Charakteren verwoben. Die Kompanie findet in unaufgeregt modernen Schrittfolgen zu Rundungen und sanftem Leuchten.
Der zweite Teil des Abends hat fast Seltenheitswert: Das Loh-Orchester Sondershausen bringt, ermöglicht durch den Sponsor und Widmungsträger Nicholas Berwin, eine 45-minütige Tanzpartitur seines Komponisten «in residence» Christoph Ehrenfellner zur Uraufführung. Ballettchef Ivan Alboresi kontrastiert ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kritik 5/18, Seite 44
von Roland H. Dippel
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