«déplacement»

von Mithkal Alzghair

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Ein paar Stiefel stehen auf der Bühne, mutterseelenallein im offenen Raum. Bis ein Mann hereinkommt, barfüßig. Langsam gleitet das weiße Tuch, das er auf den Armen trägt, zu Boden. Als müsse es unsichtbare Leichen bedecken oder einen Altar. Etwas Scheues, zugleich verhalten Kampfeslustiges geht von dem Mann aus, als er in die schwarzen Schuhe steigt und anfängt, die immer gleichen Schritte zu markieren.

Erst sind es nur Andeutungen, dann wird daraus ein Stampfen, Schreiten, Exekutieren, Marschieren, ein Hocktanz – schließlich schnellt die Hand an die Schläfe, zum militärischen Gruß. Tanz ist ein «dual use»-Instrument, er lässt sich friedlich einsetzen im Sinn menschlicher Verständigung und Selbstverständigung. Aber ebenso kann er als Werkzeug der Unterdrückung herhalten, als folkloristische Fassade eines Unrechtsregimes. Selten hat jemand den zweischneidigen Charakter des Tanzes so auf den Punkt gebracht wie der Choreograf Mithkal Alzghair mit seiner vom Solo zum Trio sich weitenden Dabke-Variation «Déplacement». Beim Berliner Festival «Tanz im August» gehörte die knapp einstündige Performance zu den eindrücklichsten Aufführungen, weil sie mit minimalem Aufwand maximale Wirkung ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Menschen, Seite 23
von Dorion Weickmann

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