Schule des Hamburg Ballett
Gigi Hyatt, der Übergang von der Ausbildung in die Praxis erfolgt nicht bruchlos. Sie leiten die Schule des Hamburg Ballett, wie bereiten Sie die Absolventen auf den Ernstfall vor – technisch, physisch, psychisch? Wir versuchen eine sehr starke klassische Ausbildung zu geben; John Neumeier legt aber von Anfang an ebenso viel Wert auf Kreativität.
Das geht so weit, dass die Schüler der Theaterklasse im Fach «Tanzkomposition» eigene Choreografien entwickeln und für alle Aspekte ihrer Präsentation verantwortlich zeichnen, Probenplanung und Casting inklusive. Das versetzt sie letztlich in die Lage, sich in einen Choreografen oder Direktor hineinzudenken – was beim Vortanzen hilfreich ist.
Gibt es denn ganz praktische Hilfen? Wir üben in der 8. Klasse beispielsweise, wie man einen Lebenslauf schreibt und eine Bewerbungsmappe erstellt. Auch beraten wir die Schüler bei der Wahl einer klassischen und zeitgenössischen Varia-tion. Schließlich sollen bei einer Audition ihre Stärken augenfällig werden.
Die Anforderungen unterscheiden sich von Kompanie zu Kompanie. So ist es. Wir besprechen deshalb mit jedem Einzelnen, wo er am besten vortanzen sollte. Natürlich hat jeder seine Traumkompanie. ...
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Tanz Juli 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz
Absurd viele Rosenkränze trägt sie um beide Unterarme. Sie drückt die Ketten ans Herz, taumelt und schlägt sich selbst. Camille Andriot stürzt auf einen Stuhl zu, als verspräche er Erlösung, und tollt wie befreit darauf herum. Dann richtet sich der verzweifelte Blick gen Himmel, und ihr Leib krümmt sich. Was das Hadern mit Gott und die Drangsal der Kirche mit den...
Paris ist nicht mehr, was es einmal war: Stadt der Träume, großes Versprechen. Wer mit dem Bus vom Flughafen Charles de Gaulle kommend die Bezirke außerhalb des Autobahnrings durchquert, um über eine der nördlichen Zufahrten wie Porte de la Chapelle ins Zentrum zu gelangen, wird eines Elends ansichtig, das von Jahr zu Jahr verstörendere Ausmaße annimmt. Auf den...
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verspürten viele den Drang, sich durch Bewegung mitzuteilen. Zu ihnen gehörte der 1902 geborene Sigurd Leeder, der schon als Kind einer gehörlosen Spielkameradin allein mit seiner Körpersprache Geschichten erzählte. Leeder begann eine Ausbildung zum Grafiker an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, brach sie vor dem Diplom ab und trat...
