Loïe Fuller
Loïe Fuller ist die berühmte Rolls-Royce-Kühlerfigur. 1862 in Fullersburg, Illinois, geboren, wurde die berühmte Avantgardistin des Tanzes dreißig Jahre später auf den Folies-Bergères-Plakaten von Henri de Toulouse-Lautrec zur Heldin von Paris verhübscht.
In Wirklichkeit war Loïe Fuller stämmig, nicht besonders beweglich, auch nicht mehr ganz jung. Aber nach allen Regeln der Kunst entstand «La Loïe Fuller» und «La divine Loïe».
Der Reklame («Odol») ebenso wie dem Kunstmarkt («Jugendstil») verpflichtet, wurde die Tänzerin unter gewaltigen Schleiern im damals neuen elektrischen Farblicht unter Mitwirkung von 27 Beleuchtungstechnikern nahezu unsichtbar.
So verschmolz erstmals Tanztechnik mit Bühnentechnik, was sich die Amerikanerin sogar patentieren ließ. Nahtlos entstand aus Vaudeville und mit Hilfe fluoreszierenden Radiums und selbst entwickelter Projektionsverfahren ein Tanzeffekt, den der Dichter Stéphane Mallarmé bewundernd als «phantasmagorisches Knallgas» bezeichnete.
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