grabesstille, im winter
Knapp 30 Jahre hat es von der Idee, das Grab George Balanchines aufzusuchen, bis zu ihrer Verwirklichung gedauert. Immer wieder fand sich ein Grund, die gute Absicht weiter hinauszuschieben. In der Regel war die Zeit zu knapp, um bei einem Kurzbesuch im Big Apple gleich einen ganzen Tag für diesen Ausflug nach Long Island preiszugeben. Die Jahre gingen dahin, und der Grabbesuch rückte in immer weitere Ferne.
So einfach ist es auch gar nicht, dahin zu kommen.
Wer von Manhattan anreist, braucht zunächst eine knappe Stunde bis zur Station Jamaica, wo man – im Winter sporadisch – Anschluss findet an die Long Island Rail Road. Off season fährt kaum jemand freiwillig nach Long Island, und die geheime Hoffnung, der Grabbesuch könnte sich vielleicht mit einem Spaziergang am Atlantik verbinden lassen, ist pure Ignoranz.
Von Jamaica zuckeln wir durch die Hinterhöfe von Queens bis nach Hicksville. Danach wird die Landschaft anziehender, aber die gerühmte Schönheit Long Islands bleibt bestenfalls Ahnung, zumal Hurrikan «Sandy» – neben anderen Verwüstungen – 230 000 beschädigte, in Reih und Glied geordnete Autos zurückgelassen hat. Long Island ist eine große Deponie. Erst im letzten Drittel der ...
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Tanz April 2013
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Gerhard Brunner
Willkommen in der Welt globaler Marken. «Dance UR Lead» heißt die brandneue Kleinkollektion, die um den gleichnamigen Reebok-Sportschuh herum arrangiert wurde: ein paar freche Leibchen in Neonpastell und dazu die zum Tanzen designten, knallbunten Sneakers. Wahre Wunderwerke der Materialwissenschaft und Ingenieurskunst, kurz: ein perfektes Erzeugnis aus dem Hause...
newcomer_________
christine borch
Die Presse vergaß nicht, mehrfach die Schönheit der drei Tänzerinnen zu betonen, die auf einem runden Präsentierteller lagen, in delikat weiten Blusen, die stöhnten, orgiastisch atmeten und gemeinsam zu einem Höhepunkt kamen. Zur Eröffnung der «Tanztage» in Berlin sah man sie darauf in glücklicher Erschöpfung mit melodischen...
Tanz hat es schwer, aber nur deshalb, weil er – entgegen seinem Hang zu Höherem oder gar zu einer gewissen Transzendenz – sich stets und unerbittlich gegen die Niederungen der Sprache wehren muss. Diese Niederungen drohen ihm am Staatstheater Braunschweig schon im Parkettfoyer, wo das Volk sich versammelt, bevor es vor der Bühne die choreografische Kunst von Jan...
