Madrid

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Ich hatte dieses Jahr das Vergnügen, bei den größten spanischen Festivals einige wahrhaft inspirierende junge Tänzer und Choreografen zu sehen. In Madrid beim Escena Contemporanea Festival 2008 trat die Cía de Dança Membros auf, eine herausragende Gruppe junger Männer aus Macae, Brasilien, die in «Raio X» HipHop und zeitgenössischen Tanz zu einer brutalen Kritik an der Gewalt in brasilianischen Gefängnissen verschmelzen. Schön, Tanz mit einer sozialen Botschaft zu sehen und junge Tänzer, die sich unverfroren an komplexe Themen trauen.


Madrid en Danza 2008 hatten den großartigen «Don Q» vom Theaterhaus Stuttgart eingeladen. Die Tänzer Egon Madsen und Eric Gauthier stellen zwei der berüchtigtsten Figuren der spanischen Literatur dar: Don Quijote und Sancho Panza. Auf einer Bühne voller seltsamer Requisiten, mit exzellenter Dramaturgie und Choreografie zu einem charmanten Medley aus Pop- und klassischer Musik, fängt «Don Q» die komödiantischen Hochs und tragischen Tiefs von Cervantes’ Meisterwerk ein. Daran sind schon viele Kompanien gescheitert. Außerdem muss ich noch Ángel Rojas erwähnen, dessen wunderschönes halbstündiges Solo «Bailando entre palabras» mich tief berührt hat. Zum ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 137
von Justine Bayod Espoz

Vergriffen
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Nora Pfahl

Eine junge Lehrerin für zeitgenössischen Tanz wollte ich vorstellen und damit auch eine Branche ehren. Tanz in die Schulen! Was so immens viel Einsatz und kommunikatives Können erfordert, Allround-Koordination von guter Stimmung bis zum Hausmeisterkontakt, was den Kindern viel gibt, den Eltern und den Bildungsinstitutionen wohl auch, findet man als Kritiker ja...

Die Wirtschaftskrise

Raus aus dem Geklumpe! Soll man der zeitgenössischen Tanzszene Böses wünschen? Nein, das geht doch nicht. Sie hat es sowieso schwer genug. Tanz ist marginalisiert im Vergleich zu den anderen Künsten, beutet sich unaufhörlich aus. Immer fehlt es an allen Ecken und Kanten. Nur wie, fragt man sich, konnte es sich die Szene trotz all dieser Widrigkeiten so gemütlich...

«Giselle ou les wilis»

Wo ist die echte «Giselle»? 1841 wurde das Ballett in Paris uraufgeführt und erfuhr seine erste Veränderung schon ein Jahr später in St. Petersburg. Dort wurde es mehrfach «rekonstruiert», und es geschah, was den Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln, Frank-Manuel Peter, nicht wundert, dass die Choreografie der «Giselle» dem Geschmack der Zeit angepasst wurde....