the fact of matter

William Forsythe im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.

Tanz - Logo

Man kann hart fallen. Der Boden ist nicht gepols-tert. Die Journalistin landet auf den Knien, es wächst ein kleiner blauer Fleck. Schmerzhafter ist die Peinlichkeit, denn gleich zwei Museumswärter gucken erschrocken. Sie sind postiert, um maximal zwei Menschen zu erlauben, sich in oder an diese blöden baumelnden Turnringe zu begeben. Irgendwie macht‘s ja auch Spaß. Zuschauen ist uninteressant, man muss sich selbst vorarbeiten, von hier nach dort, und hält es für einfacher, als es ist. Jaja, so ist das Leben, die Wirklichkeit, the matter of fact.

Aber nein, die Installation heißt «The Fact of Matter». Sie ist von William Forsythe, also ist der schuld. Am Hinfallen, am Scheitern. Er hat die unter dem gleichen Titel laufende Ausstellung bestückt, mit der das Frankfurter Museum für Moderne Kunst, MMK, etliche seiner «Choreographic Objects» präsentiert, und zwar in Nachbarschaft zu ausgewählten Stücken aus dem Museumsbestand, die Forsythe gemeinsam mit dem Kurator Mario Kramer ausgesucht hat.

Ein Tor, das nach oben hin aufgeklappt ist wie eine Garage und Zugang zu einem großen Käfig erlaubt. Eine Falle. Eine Original-«Fanganlage für Wildschweine» (Andreas Slominski, 1999), die derart in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2015
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy

Weitere Beiträge
Vorschau

im januar: demis volpi______
Vor einem Jahr hat man ihm noch den «Tanzpreis Zukunft» zuerkannt. Inzwischen ist Demis Volpi längst in der Gegenwart angelangt und kündigt mit einem «Nussknacker» für das Ballet Vlaanderen und einer «Salome» für das Stuttgarter Ballett gleich zwei abendfüllende Großproduktionen für die laufende Spielzeit an: ein Arbeitspensum, bei dem...

simone sandroni

Five-six-seven-eight. Und Hüfte Hüfte Hüfte! And sexy, sweet and charming! Ironische Emphase, wildes Gefühl: Ein Ensemble verbreitet pure Begeisterung. Zehn Tänzer zur Reihe quer über die Bühne aufgestellt, mit dem Ur-Schrei des Tanzes angezählt, auf die «eight» werden dann wechselweise diverse Körperpartien gekurbelt, gekurvt, gewippt. Sie sind Protestler und...

Die Liebhaber

Der Tänzerin Marie Sallé wurden 1734 in London Goldmünzen auf die Bühne geworfen, Voltaire verewigte sie in einem Gedicht. Die Verehrer der romantischen Ballerinen tranken Champagner aus deren Spitzenschuhen, zu Carlotta Grisis Bewunderern gehörten Théophile Gautier und Heinrich Heine. In Sankt Petersburg spannten Marie Taglionis Anbeter die Kutschpferde ihres...