Jirí Kylián

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trägt die Melancholie im Blick, die Abgründe im Herzen und den Schalk im Nacken. 25 Jahre lang, von 1974 bis 1999, leitete er eine der erfolgreichsten Tanzkompanien Europas, das Nederlands Dans Theater in Den Haag. Das besitzt etwas sehr Seltenes: ein eigenes Haus und restlose Freiheit. Bei Kylián ist der Tanz keine Sparte, sondern ein Traum von Freiheit. Immer wollte Kylián unabhängig sein, er schmiss sogar die Intendanz seines Hauses. Aber Untreue ist ihm fremd.

Auch in den letzten zehn Jahren arbeitet er für die drei Kompanien, die römisch durchnummeriert in jedem Lebensalter tanzen dürfen: 1978 gründet er eine Juniorkompanie, das NDT II. Sie wird so erfolgreich wie die Urkompanie, das NDT I. Deren älter werdende Tänzer sammeln sich ab 1991 in der Seniorenkompanie NDT III. Als sie sieben Jahre später nicht mehr finanziert wird, nennen sich Kyliáns Freunde, die mit ihm altern, «Paradox»: nach dem Titel der ersten Kylián-Choreografie am Stuttgarter Ballett noch unter John Cranko, Kyliáns berühmtem Mentor.

In Prag aufgewachsen, wurde er kein Neoklassiker, nicht mal der slawische Surrealist des Tanzes, als den man ihn so gern bezeichnet. Er gründete keine Schule, es gibt keine ...

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Tanz Juni 2009
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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