wien: kat válastur «oh! deep sea – corpus III»

Tanz - Logo

Was die griechische Tanzkünstlerin Kat Válastur hier mit ihren drei Kombattanten anstellt, das nennt man ganz profan: Popping. Bei diesem Breakstil zuckt der Leib, als durchtanze er ein Strobolicht. Die Bewegungen sind abgehackt.

Die Meister solcher Street-Dance-Kunst verdienen sich Respekt durch absurde Isolationen: Ihre Gliedmaßen schleudern sich unabhängig voneinander zum gemeinsamen Bewegungswitz, der gern auch episodisch gerät und etwa vom Fahrgast erzählt, der einen Bus besteigt und vom Chauffeur wieder hinausbefördert wird, weil er kein Geld für einen Fahrschein hat.

Selbst wenn man diesen Subtext nicht kennt, bleibt es sekundenkurze Virtuosen-Pantomime, die Könner wie Kader «Amigo» Memis als Fingerübung und Wettkampfstil zugleich zelebrieren.

Kat Válastur dient die Technik des Popping zur Verfertigung eines Trilogie-Finales. Das allenfalls von Homers «Odyssee» inspirierte «Oh! Deep Sea – Corpus III» beginnt für eine akademische Tanzkünstlerin ungewöhnlich deutlich: Strobolicht führt uns direkt in die Sekundenkunst des Popping ein. Dann aber tunkt Válastur das fortwährende Bewegungs-Staccato in eine einstündige Langzeitbelichtung. Im Berliner HAU 3 grätschen die Tänzer zu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2013
Rubrik: kalender, Seite 49
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
iván markó

«Also, ich muss sagen, ich liebe Viktor Orbán», oder «Wer mich angreift, greift Gott an» – zwei Sätze, die der ungarische Choreograf Iván Markó kürzlich in verschiedenen Fernsehsendungen von sich gab, zum Erstaunen der anwesenden Künstlerkollegen. Im September 2012 hatte die Tänzer-Gemeinde einen offenen Brief zur Causa Markó an Premierminister Orbán geschickt: 40...

gischt aus licht

Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes,...

louise lecavalier

Louise Lecavalier,
Sie haben Ihr neues Werk «So Blue» genannt – sind Sie bekennende Melancholikerin?
Ich fühle mich weiß, schwarz, gelb, rot, aber… eigentlich – I feel so blue! Für mich ist die Seele blau, ihre Helligkeit und Tiefe. Sie verwandelt sich kontinuierlich, durchlebt Stadien zwischen Leben und Tod. Ich bin leicht und glücklich, dunkel und ängstlich,...