Lob der Tanzkritik
«Vom Glück des Zeitunglesens» ist ein älterer Artikel überschrieben, daneben liegen das Foto eines Impresarios, der mit seiner Tanzgruppe 1920 eine Kritik studiert, sowie die architektonische Skizze eines Ausstellungsraums. Es sind die Vorboten der Jahresschau 2019, die Thomas Thorausch auf dem Arbeitstisch im Deutschen Tanzarchiv Köln ausgebreitet hat. Der stellvertretende Archivleiter kuratiert die Präsentation, die unter dem Titel «Tanz! Kritik! Von Kritikern, Päpsten und Liebenden» Ende des Monats eröffnet wird.
Allen digitalen Entwicklungen zum Trotz weiß er vom Glück des Zeitungslesens zu erzählen – und voller Begeisterung von den Objekten, die den Besucher erwarten.
Thomas Thorausch, der Ausstellungstitel ist ja schon selbst ein Feuilleton! Er erhöht einen ganzen Berufsstand zur obersten Autorität, dann degradiert er ihn zum Bewunderer. Ist das nicht etwas übertrieben?
Ein Ausstellungstitel soll ja in erster Linie neugierig machen – und irritieren darf er auch schon mal. Es lag also auf der Hand, eine Zuschreibung aufzugreifen, die jeder schon einmal gehört hat: den Kritikerpapst. Aber – und das ist, wenn Sie so wollen, der erste Stolperstein für den Leser respektive ...
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Tanz März 2019
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Bettina Trowborst
Die Berliner Tanzszene taucht gern an Orten auf, die der Kulturbetrieb der Stadt sonst nicht im Blick hat. Am «Totentanz-Dienstag», wie er genannt wird, trifft sie sich in dieser von Hannes Heiners stählernen Monsterfiguren beherrschten Uralt-Instanz, dem Künstlerclub Eschschloraque Rümschrümp am Hackeschen Markt-. Hier steht Caroline Gerbeckx hinter dem Tresen....
Prix de Lausanne
Mackenzie Brown ist 16 Jahre alt. Sie stammt aus den USA, studiert an der Académie Princesse Grace in Monte Carlo und hat beim 47. «Prix de Lausanne», dem wohl renommiertesten Nachwuchswettbewerb der Ballettwelt, groß abgeräumt: Sie nahm die Goldmedaille, den Publikumspreis und den Preis für die beste zeitgenössische Interpretation in Empfang. Die...
Zehn Tänzer sind nicht unbedingt eine Personaldecke, die einen Choreografen und seine Fantasie auf Dauer warmhält. Aber Olaf Schmidt, in der sechsten Spielzeit Tanzdirektor am Theater Lüneburg, hat für sich und sein Ensemble das Beste daraus gemacht. Das Kollektiv braucht den Vergleich mit Kompanien, die ein bis zwei Nummern größer sind, in keiner Weise zu scheuen....
