ziemlich beste feinde
Eine der Szenen, die Gérard Corbiaus Film «Le Roi Danse» zum Kassenerfolg verhalfen, erlaubt einen Blick in die Wiege des klassischen Balletts. Sie zeigt Louis XIV., 14-jährig, wie er, mit dem berühmten vergoldeten Strahlenkranz auf dem Kopf, aus der Versenkung auftaucht, während ringsherum künstliche Vulkane Feuerregen sprühen. Bevor sich der Aufzug, der ihn nach oben befördert, in Bewegung setzt, flüstert er drei Worte: «Kraft, Vergnügen, Licht».
Auf der Bühne angekommen, wirkt sein Tanz deprimierenderweise nur mehr wie eine Karikatur dieses schönen Mantras: ferngesteuert, düster. Er stampft auf der Stelle, reduziert auf eine Geste, zwei Positionen, die Füße kleben unfroh am Boden. Die statisch an Schlag eins des Taktes festgetackerte Musik, die wir dazu hören, ist eine Notlösung. Weil nämlich die Noten, zwar nicht alle, aber eben doch leider die zu den Tanzsätzen des von Kardinal Mazarin im Februar 1653 veranstalteten «Ballet Royal de la Nuit», in dem der junge Louis aus Gründen der Staatsräson erstmals als Phöbos Apoll in einem Ballet de cour auftrat, verschollen sind. Also hat sich Reinhard Goebel, der mit dem Ensemble Musica Antiqua Köln für den Soundtrack des Films sorgte, ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Sinne, Dramen, Klang, Seite 98
von Eleonore Büning
Die Rambert Dance Company, 1926 gegründet und somit die älteste professionelle Tanzkompanie des Vereinigten Königreichs, hat sich mit Liam Francis einen neuen hochkarätigen Hoffnungsträger an Land gezogen, der schon jetzt einige der Hauptrollen des Kompanie-Repertoires getanzt hat. Francis, der seine Ausbildung 2014 am London Studio Centre (LSC) abschloss, war seit...
hat die Welt des Stepp-Tanzes im Nu erobert. Sie bezaubert das Publikum mit ihrem einzigartigen Tanzstil: Erst lugt sie umher, fast wie ein Detektiv auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen, dann klappert und klatscht sie mit schelmischer Freude. Letzthin ist Dorrance auch als Choreografin so unterhaltsamer wie experimenteller Formate in Erscheinung getreten,...
Erst küssten sie, dann schlugen sie – und beides taten sie ganz ohne Gefühl. Zärtlichkeit ohne Liebe, Gewalt ohne Hass. Das in Düsseldorf ansässige Choreografen-Paar Billinger & Schulz darf man derzeit getrost als Experten für motivations- und moralfreie Körper-Aktionen betrachten. Das Duo aus der akademischen Theaterschmiede in Gießen mag auf den ersten Blick ganz...
