Yama
Vom 4. bis 7. Mai bei Movimentos in Wolfsburg
Weich fließen die Wellenbewegungen durch die Körper; tief tauchen die Tänzer in eine Vorbeuge, wiegen sich geschmeidig im weiten Ausfallschritt. Dann wieder arretieren die Bewegungen der in apartes Schwarz gekleideten Schar. Hart geht der Ruck durch die Gelenke, wenn die Darsteller mit zur Faust geschlossenen Händen am Gasdrehgriff eines Motorrads zu reißen scheinen, dabei den Kopf zur Seite werfen und scharrenden Fußes das Knie anheben wie ein Pferd vor dem Aufbäumen. Extrem gegensätzlich sind die Bewegungsqualitäten in Noa Wertheims «Yama».
Mal strebt eine Tänzerin auf den Schultern eines Kollegen himmelwärts, mal rollt die neunköpfige Gruppe baumstammsteif über die Bühne, als sei sie zum Floß vertäut. Und doch ergibt das disparate Bewegungsmaterial ein organisch wirkendes Ganzes – fluide und zugleich kraftvoll, erdig und explosiv.
Ästhetik und Pragmatismus
«Wasser» bedeutet «yama» im Hebräischen, genauer einen vom Ufer eingehegten See. Weite und Begrenzung, Fließen und Stocken: Dualismen wie diese haben Noa Wertheim zur Choreografie für ihre Vertigo Dance Company inspiriert. Dem Flüssigsein spürt sie nach, Liquidem bis in die Knochenstruktur des Körpers hinein; und den Druck ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Elena Philipp
Vermutlich hat auch im Zeitalter von Cyber- und Drohnenkriegen jeder Soldatentrupp seine Rituale, wenn er in den Krieg zieht. Tänze dürften es eher nicht sein. Denn Kriegstänze sind ein Fall fürs Museum – das konstatiert auch Eszter Salamons neue Performance «Wars and Dances»: Gewalt-Stimulanzien als ästhetische Relikte, die im Kunstraum wieder und wieder...
Auditions
Die Dresden Frankfurt Dance Company sucht außergewöhnliche Künstler-persönlichkeiten mit fundierter klassischer Balletttechnik. Tänzerinnen sollten sicher im Spitzentanz sein. Bewerbungen per E-mail mit Porträtfoto, Lebenslauf sowie Videolink an: audition@dresdenfrankfurtdancecompany.de
Fortbildungen
Neuer Studiengang CAS Performative Künste an der...
Helena Waldmann weist mit dem Titel ihrer neuen Tanztheaterzirkuskreation «Gute Pässe Schlechte Pässe» auf die lebens- und bewegungsfreiheitsentscheidende Tatsache der Staatsangehörigkeit hin. Diese wird durch den Staat attestiert und per Pass dokumentiert, also von einer unsichtbaren Autorität. Auch in Waldmanns Theater regiert eine unsichtbare Macht. Sie stellt...
