wer
nicht auf Schlittschuh-Pirouetten und Skizirkus steht, hat im Januar schlechte Karten: klirrende Kälte draußen, Post-Neujahrs-Depression drinnen – und sämtliche «Nussknacker»- Tröstungen aufgezehrt. Aber diese Nächte! Sternenklar wölbt sich der Himmel und schaut auf uns Menschenzwerglein herab, gerade so, wie es Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» besingt. Philippe Saire hat das intime Kammerspiel ins Kollektive erweitert (S. 16). Genauso lässt «Choreartium», Léonide Massines vom Bayerischen Staatsballett grandios aufpoliertes Ensemble-Juwel (S.
8), das Gemeinschaftsprinzip leuchten.
Anderswo klinken sich Einzelkämpfer aus dem Kompanieverbund aus – und suchen sich dafür exklusive Verbündete. Zu ihnen gehören Agenturen wie Ardani Artists (S. 20), die sich binnen eines Jahres gleich mehrere internationale Tanz-Hochkaräter unter den Nagel gerissen und die Branche mit einer Art Netrebko-Fieber infiziert haben: Auftritt gegen Höchstgage. Die Stars handeln sich den Vorwurf der Truppen-Sabotage ein und kontern mit dem Recht auf künstlerische Emanzipation. Mal ehrlich: Soll eine Polina Semionova sich verkneifen, was ein Peer Steinbrück bedenkenlos tut – den eigenen Marktwert versilbern? ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
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ausstellung_________
edgar degas. das spätwerk
In seiner postimpressionistischen Schaffensphase bevorzugte Edgar Degas (1834-1917) Pastellkreide als Zeichenutensil, um Tänzerinnen darzustellen. Dank der schmiegsamen Substanz der Stifte wird jede Farbe puderfein aufs Papier gestreut – was, wie die Schweizer Schau zeigt, der Flüchtigkeit des Sujets und der...
Als wäre in der Welt alles zum Besten bestellt, so gleitet die Tänzerin lächelnd dahin. Doch plötzlich erschrickt Marlúcia do Amaral, verfällt in eckige Bewegungen und gebärdet sich wie eine Irre, besinnt sich dann aber wieder auf ihre Rolle als anmutige Ballerina. Wer Martin Schläpfers Werk kennt, fühlt sich sofort an eine Szene aus «Neither» erinnert, als die...
on tour_________
australian dance theatre
In Europa reißen sich die Spielstätten um seine Gastspiele, daheim aber bezahlt das Australian Dance Theatre für Auftritte selbst und trägt alle finanziellen Risiken. Vor zwei Jahren wurde der Leiter der Kompanie, Garry Stewart, in das Nachschlagewerk der «Fifty Contemporary Choreographers» aufgenommen. Dass er diese Ehre...
