welttanztag
ist auch in diesem Jahr am 29. April. Ob das Datum rot im Kalender von Monika Grütters steht, wissen wir nicht. Dass die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien ein familiär bedingtes Faible für die Bewegungskunst hat, hingegen schon (Seite 60).
Ob die Tanzszene davon profitieren kann? Die Staatsministerin mit Dienstsitz Bundeskanzleramt adressiert jedenfalls ihrerseits einen Wunsch an die Tanzakteure, der sich – ohne finanziellen Mehraufwand – erfüllen ließe: bessere Kommunikation mit dem Rest der Welt! Weil den meisten Politikern zur Sprachartistik des Körpers leider nur ein einziges Wort einfällt – «kannitverstan».
Ähnlich ergeht es Georg Vierthaler, dem Geschäftsführer des Berliner Staatsballetts, mit seinem Humankapital. Wieso die Tänzer rebellieren und ausgerechnet die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an die Tariffront schicken, kann Vierthaler nicht nachvollziehen (Seite 28). Tröstlich immerhin, dass sich zum «Welttanztag» ein gern gesehener Gast – ehedem angestellt, inzwischen frei schaffend und mithin streikabstinent – angesagt hat. Polina Semionova tanzt am 29. April in Nacho Duatos «Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere». Die ersehnte Rückkehr des ...
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Tanz April 2015
Rubrik: editorial, Seite 1
von tanz-Redaktion
Bilder aus der Anfangszeit des Postmodern Dance: Bühnen, in die Natur gebaut, Tänzer auf Dächern und an Fassaden. Beispiele, mit denen die Berliner Choreografin Louise Wagner im Rahmen der «Urbanen TanzGeschichten» die historische Suche nach Alternativen zum Theaterraum illustriert. Aus berufenem Mund gibt es später eine Korrektur: «Street Dances wurden die Tänze...
Spätestens seit Botticellis «Geburt der Venus» bildet der nackte weibliche Körper ein wiederkehrendes Motiv in der abendländischen Kunst. Der Grund dafür ist simpel: Als Objekt künstlerischer Inspiration galt der weibliche (anders als der männliche) unverhüllte Körper von
jeher als akzeptabel. Freilich sorgten auch im 19. Jahrhundert einige Gemälde für Skandale –...
Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun...
