«Welches Tanzereignis hat Sie am meisten berührt?»
pina bausch
Inszenierte Hysterie: Es war bei einer Inszenierung von Pina Bausch – leider weiß ich nicht mehr, welche –, dass ich, wohl zum ersten Mal, begriffen habe, was Tanz auch alles sein kann: nicht nur Bewegung des Körpers, sondern auch Sprache, Dichtung, Ironie, soziologische Analyse (vor allem der Geschlechterverhältnisse). Dabei wusste ich doch schon viel darüber, wie der Körper zu sprechen beginnt, wenn ihm die Sprache versagt wird – der beredte Körper der Hysterie ist dafür das wichtigste Beispiel.
Aber dass es möglich ist, diese eigentlich unbewusste Sprache in einen konzipierten Tanz zu übertragen, das wurde mir hier zum ersten Mal vor Augen geführt. Ein erhellendes und beglückendes Erlebnis.
Christina von Braun, Kulturforscherin
kammer/kammer
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: momente, Seite 10
von
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