Was ist Cunningham-Technik?
Tanz weder als expressiver Ausdruck von Emotionen noch als dramatisches Mittel zum Erzählen von Geschichten, Stimmungen oder Atmosphären, nur die Bewegung an und für sich, sie allein steht im Zentrum des Interesses des am 16. April 90 Jahre alt werdenden Merce Cunningham. Seine Tanztechnik sucht den Tanz um des Tanzens willen («dance for dance’s sake»).
Bewegung in Zeit und Raum allein durch die Materialität des Tanzes zu gestalten – das ist für den langjährigen Solisten der Martha Graham Dance Company seit den 1950er Jahren, seit seiner Zeit mit seinem Lebens- und Arbeitspartner John Cage, der Sinn des Tanzes. Cunningham geht es dabei um die gesamte Bandbreite der Kinetik. Die von ihm entwickelte Technik zielt darauf ab, dem Tänzerkörper auch das Ausführen «unbekannter» Bewegungen zu ermöglichen. Neben dem Aufbau von Kraft und extremer Beinbeweglichkeit steht die Mobilität des Oberkörpers im Mittelpunkt des Trainings. Dem klassischen Ballett ähnlich, entwickelt Cunningham serielle Übungen, in denen pliés, tendues, raumgreifende Sequenzen und Kombinationen aus Adagios, Drehungen und Sprüngen aufeinander aufbauen. Das Training soll die Tänzerkörper befähigen, präzis, feinstimmig und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Degree Zero - auf diesem Gefrierpunkt will die Biennale di Danza in Venedig in den nächsten drei Jahren verharren. Ihr Leiter Ismael Ivo hat diese Rosskur verordnet – zu Recht, wenn man die Situation des Tanzes in Italien betrachtet. Südlich der Alpen weht der Geist des Zeitgenössischen sehr verhalten. Meist feiern Kitsch und Tanzentertainment fröhliche Urständ....
«Ich entwickle mich langsam. Ich bin nicht jemand, der steil aufsteigt. Natürlich verfolge ich auch eine Ästhetik und eine Linie, die aber nicht trendig ist. Auf längere Sicht zeigt sie aber vielleicht eine Perspektive auf, die überleben kann.» So bescheiden klang der Schweizer vor vielen Jahren. Aber er behielt recht. Seit 1999 leitet der heute 49-Jährige das...
Jean-Georges Noverre schäumt vor Wut in seinem VIII. Brief über die Tanzkunst:Der Tanz, ganz und gar zu Hause in der Oper und wie keine andere Kunst begabt, diese wieder glaubwürdig und anrührend zu machen, ausgerechnet der Tanz verkommt in der Hand von Ignoranten zum gefälligen Ornament. Anstatt die erneuernden Kräfte der Bewegung zu nutzen! Man müsse «die Autoren...
