Virtuell
Lev Manovich, der Russe in Kalifornien, ist ein brillanter Medientheoretiker. Von ihm stammt der Begriff des «augmented space», des «wachsenden Raums». Zwar wird nicht die Erde größer, aber die Fülle an Information. Keine Kreuzung, kein Supermarkt, keine Landesgrenze ohne Datenerfassung. Immer mehr Orte werden ausschließlich von Daten gesteuert, nicht nur virtuelle Orte wie Computerwelten. Sondern ganz reale Orte wie Flughäfen, Tankstellen und Grenzkontrollen. Lev Manovich sagt: «Virtuell» war gestern.
Jetzt hat sich materialisiert, was die 1990er Jahre romantisch noch «Cyberspace» nannten. Die Datenkolonien von einst, der exotische Raum der Simulatoren oder Computerspiele, haben einen realen Körper erhalten. Mit jedem eingeschalteten Mobiltelefon, jedem Navigationssystem im Auto, jedem Messgerät am Boden, im Wasser oder in der Luft «verdichtet» sich die bloße Realität zu einer elektronischen Entität. Ich bin, als physischer Kunde, nicht mehr nur Kunde, sondern per Kreditkarteninformation auch eine elektronisch bekannte Umsatzgröße. Das ist ein existenzieller Unterschied. Eine Tsunamiwelle ist physikalisch eine kaum merkliche Erhöhung des Meeresspiegels, aber im «augmented space» ...
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Teppiche waren ursprünglich Reproduktionen von Gärten: der Garten ist ein Teppich, auf dem die ganze Welt ihre symbolische Vollkommenheit erreicht, und der Teppich ist so etwas wie ein im Raum mobiler Garten. Sagt Michel Foucault.
Als der Teppich in der Mitte des Probenraums lag, war er sofort unser Spielfeld. Wir suchten uns einen Ausgangspunkt und fingen an,...
Liebe Freunde!
Ich möchte hier in aller Kürze Gesichtspunkte zum «Raum im Theater» zusammentragen und vorschriftswidrig übereinander legen. Das Verständnis vom Raum, wie wir ihn kennen, besteht im Verhältnis unserer Wohnung mit ihren durchaus bekannten Ausmaßen zu den unbekannten. Das eine ist Teil des anderen, wie wir wissen. Wir ertragen das Unbekannte durch das...
Am liebsten arbeitet er mit Laien – mit Kindern und Jugendlichen. Denn er will keine Kunst machen, sondern Spaß haben. Sagt er. Ives Thuwis stapelt schon mal ein bisschen tief. Denn seine Produktionen mit der Jugend – seit 2000 sind es acht an der Zahl – sind auch seine besten. Wie zum Beispiel «adieu», das aus einem Work-shop am Forum Freies Theater in...
