Umsonst & Draussen

Tanz - Logo

befinden sich die besten Plätze. Seit Jahr und Tag gilt das für die Rockmusik, für das Freilufttheater, für den Tanz. Bei ihm hat die Frischluft schon aus Tradition einen rebellischen Aspekt. Die legendäre New Yorker Judson Church kletterte die Hauswände hoch. Zuletzt ließ die Berliner Choreografin Be Van Vark in «Urban Delights» alles – vom Alex bis zum Stahlgerippe des Volkspalasts – betanzen. Diese «Eroberung des öffentlichen Raums», wie sie seit vierzig Jahren genannt wird, hat auch was Trauriges. Verlässt der Tanz doch die subventionierten Öfen.

Setzt sein Publikum auf Bierbänke. Aber mal positiv gedacht: Erobert der Tanz so nicht genau die Plätze, die man früher «Allmende» nannte: Orte, auf die niemand Anspruch nur für sich hat: Märkte, Parkanlagen, Straßen, die längst viel zu euphemistisch der «öffentliche Raum» genannt werden? Heute sind sie privatisiert wie Bahnhöfe und Einkaufszentren oder unterstehen durchs Ordnungsamt einem Recht, das immer minutiöser definiert, was im öffentlichen «Kulturbesitz» geschehen darf. Immer weniger.

Vielleicht kein Wunder, dass mit zunehmender Ordnung im gemeinschaftlich nutzbaren Raum – eben der Allmende – der größte Irritator, der Tanz, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2007
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Grupo Corpo: «Breu»

Nur wenigen Choreografen gelingt es, eine eigene, unabhängige Handschrift zu ent­wickeln und diese auch noch lebendig zu erhalten. Der Brasilianer Rodrigo Pederneiras ist einer von ihnen. Jüngster Beweis: Breu, uraufgeführt im Teatro Municipal in Rio de Janeiro von seiner Grupo Corpo. Es geht  zur eigens komponierten Musik von Lenine um einen Dialog zwischen...

Bridging the chasm

Oh, it doesn’t matter what you wear
Just as long as you are there
So come on, every guy grab a girl
Everywhere around the world
There’ll be dancin’
They’re dancin’ in the street

This is an invitation
Across the nation
A chance for the folks to meet
There’ll be laughin’ and singin’ and music swingin’
And dancin’ in the street

Was haben Tanz und Öffentlichkeit miteinander zu...

Alastair Marriott

Choreographic method is a highly individual process. It is well known that Marius Petipa would walk into the rehearsal studio with every step worked out in his head, then in his tiny vocabulary of broken Russian, indicate the direction of an enchaînement in relation to his own position in the room. Frederick Ashton, conversely, absorbed every phrase of his chosen...