Traviata
Geld oder Liebe? Das ist die zentrale Frage. Während Richard Wherlock mit seiner Kompanie das «Traviata»-Ballett am Basler Theater noch probte, stellte dessen Verwaltungsratspräsident Martin Ch. Batzer in einem Gedankenspiel den Fortbestand des Balletts öffentlich infrage. Durch die eventuelle Einsparung der «dritten Sparte» könne er die künstlerische Qualität der anderen Sparten nach 2011 sichern.
Sollte Georges Delnon, von Mainz und der vorbildhaften Zusammenarbeit mit Martin Schläpfer kommend und gerade zwei Jahre lang Intendant des Dreispartenhauses, sein Herz für das Ballett verraten? Er hielt sich klug zurück, erklärte bei der «Traviata»-Premiere gelassen: «Trotz der Diskussion sehe ich keinerlei Gefahr für das Ballett Basel. Gerade diese Sparte erfreut sich mit über 70 Prozent Platzauslastung großer Akzeptanz.» Im Gegensatz zur Oper mit 60 Prozent bringt ihm das Ballett sogar mehr Geld. Im aufgeregten Presse-Wirbel bewahrte Delnon diplomatisch Contenance, hatte er doch gerade über die Verlängerung seines Vertrags um weitere fünf Jahre verhandelt. Nach glücklichem Abschluss garantiert der Direktor nun «sowohl die Kontinuität als auch die Weiterentwicklung aller Sparten am ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jochen Roller wollte im Alter von 16 unbedingt Ballett-Tänzer werden. Warum Ballett und nicht Karate? Der halbstarke Durchschnitt bewunderte Actionfilme mit Jean-Claude Van Damme. Und nicht die Tänzer am Stadttheater. Dass Jochen Roller, heute Vortragskünstler, gute Fragen stellt, ist bekannt. Seine Antwort in janclod! lautet erstens: Karatekämpfer stellen, anders...
Was, Sie kennen Johann Le Guillerm nicht? James Thiérrée, Zimmermann & de Perrot? Dabei sind sie die neuen Söhne der Sägespäne, die Retter der europäischen Festivalidee, der Neue Zirkus ohne Zelt und Adel. Als die alte Tante Avignon vor ein paar Jahren schrecklich ächzte unter der Last der Gründerträume, die längst elitäre Bürgerpflicht geworden waren, was tat sie...
Monopoly
ist bekannt. Besser die Schlossallee als die Badstraße kaufen, bis einem die ganze Stadt gehört. Im Zweifel geht man, anders als Hypotheken-Spekulanten, eine Runde ins Gefängnis. Das fehlt bei Dance-Opoly. Ansonsten funktioniert das Spiel ganz ähnlich: Besser gleich eine ganze Broadway-Show kaufen als ein Tanzstudio. Man muss auch nichts vortanzen, sondern...
