Thomas Hauert «Inaudible» in Paris
Die diesjährigen «Zeitgenössischen Schweizer Tanztage» waren nicht gerade das Highlight im Alltag einer Tanzjournalistin. Ich habe mich Anfang Februar am Schaufenster für Schweizer Tanz in Genf drei Tage lang gelangweilt und mich immer mal wieder gefragt, was wohl sozial verträglicher wäre: Weglaufen oder Powernap. Wummernde Bässe, mal schneller, mal langsamer, viele Worte, mal kluger, mal platter, schöne Bilder, stundenlang anzusehen – und hin und wieder hebt eine einen Arm oder ein Bein, zu ebendiesen Bässen und Worten und Bildern.
Man kennt das, Performance eben. Doch so eng auf die eine Ästhetik programmiert war das Festival noch nie.
Da geschieht, was vor 15 oder 20 Jahren in der freien Schweizer Szene zwar hin und wieder mal vorkam, kaum aber von irgendjemandem eingefordert worden wäre: Einer nimmt eine CD aus dem Gestell, will sagen, eine bereits vor seiner Zeit bestehende Komposition, und tanzt dazu, lässt dazu tanzen. Und das ist an diesem langen Nachmittag wie eine Erlösung.
Musik war immer Inspirationsquelle und wichtiger Partner in Thomas Hauerts Arbeit, E-Musik, Jazz wie auch Pop. Und das vereint sich in George Gershwin Konzert in F von 1925, das der in Brüssel ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Lilo Weber
Es ist der Körper, genauer: der «fotografierte Körper aus der Vergangenheit», der ihm zeigt, wie tief und unauslöschlich seine Klassenherkunft in ihn eingeschrieben ist. Als Didier Eribon das erkennt, ist er längst einer der führenden Intellektuellen Frankreichs. Er hat eine vielbeachtete Biografie über Michel Foucault verfasst, ist Vordenker der Queer Studies,...
«Die Metabolisten - Stoff wechseln»
Auf allen vieren kriechen sie herein – das Krabbeln als eine der ersten Bewegungen, in denen der Körper sich seiner selbst bewusst wird. «Sie», das sind 15 Darsteller, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Moppelige, Gertenschlanke, Runzlige, und huch: ein tanzender Brillenträger. Da lächelt ein Dunkelhäutiger, dort zeigt...
Vermutlich hat auch im Zeitalter von Cyber- und Drohnenkriegen jeder Soldatentrupp seine Rituale, wenn er in den Krieg zieht. Tänze dürften es eher nicht sein. Denn Kriegstänze sind ein Fall fürs Museum – das konstatiert auch Eszter Salamons neue Performance «Wars and Dances»: Gewalt-Stimulanzien als ästhetische Relikte, die im Kunstraum wieder und wieder...
